So lernen Eltern loslassen

So lernen Eltern loslassen

Wer eigene Kinder hat, der weiß wie schwer es fallen kann, sein Kind in bestimmten Situationen loszulassen, so dass es seine eigenen Erfahrungen machen kann. Schließlich möchten alle Mamas und Papas, dass es ihren Kindern stets gut geht. Zuviel festhalten ist aber entwicklungshemmend und nicht immer förderlich. Die eigenen Kinder loslassen können kann aber erlernt werden, den das ist wichtig damit die kleinen, zu eigenständigen Menschen heranwachsen können.


Der heutige Artikel ist mein Gastbeitrag zu Manuelas Blogparade, auf ihrem Blog Herzcoaching.

Etwas loslassen können, ist eine Form von Anpassung an ein Ereignis oder eine Situation. Gerade in der Erziehung werden Eltern, in regelmäßigen Abständen, mit neuen Situationen konfrontiert. Dann heißt es jedes mal von neuem Abzuwägen, wie weit lasse ich los?

Kinder loslassen fängt schon bei der Geburt an. Die Mutter lässt das Kind in sich los, damit es auf die Welt kommen kann und außerhalb des bisherigen Körpers zu existieren beginnt. Eine Weile später lässt eine Mutter erneut los, wenn nicht mehr über die Brust gestillt wird. Wieder später lassen Mutter und Vater los, wenn das Kind alleine zu gehen beginnt und sie den Sprössling nicht mehr Tag und Nacht herumtragen müssen.

Loslassen in diesen Situationen, ist ein natürlicher Prozess, der vorprogrammiert ist und auf den sich Eltern automatisch einlassen. Ganz einfach weil dieses Loslassen notwendig ist, damit das Kind wachsen und Erfahrungen sammeln kann. Stell dir einmal vor du würdest dein Kind stillen, bis es 8 Jahre alt ist oder du würdest es herumtragen, solange du sein Gewicht noch halten kannst, ohne ihm die Chance zu geben selbst seine Beine oder seinen Mund zu benutzen. Ja genau, ein wenig seltsam nicht war?

WESHALB FÄLLT ES ELTERN SCHWER, IHR KIND IN EINIGEN SITUATIONEN LOSZULASSEN?

Um diese Frage zu beantworten, stelle ich dir folgende Frage: „Wenn du an dein Kind/deine Kinder denkst, was ist dir am wichtigsten?“

das sie sich geliebt fühlen?

das ihnen nichts Schlimmes geschieht?

das sie keine Angst haben?

das es ihnen stets gut geht?

das sie versorgt sind?

Egal welche Antwort du gibst, sie hat immer mit Umsorgen zu tun. Die Mutter und der Vater müssen vom ersten Moment an (die Frau sogar während der Schwangerschaft) 100 % da sein, damit dieses kleine Wesen überleben kann. Ohne Zuneigung und Pflege, würde kein Mensch überleben können, sobald er den weiblichen Körper verlassen hat. Genau betrachtet, benötigt der Mensch viele Jahre, bis er körperlich, emotional und rational in der Lage ist, sich selbst ausreichend zu versorgen.

Eine sehr lange Bindungszeit die da entsteht. Genau wegen dieser Bindungszeit und Hilflosigkeit des Kindes zu Beginn, fällt es Eltern schwer sich vom eigenen Kind zu trennen und es in die Welt hinaus zu schicken.

Vielleicht kennst du den Satz:

„Wenn du dein Kind wirklich liebst, dann lass es los“!

Puh leichter gesagt als getan, wenn du dein Kind liebst und nicht möchtest das ihm schlimmes widerfährt. Aber keine Sorge, gleich gibt es ein paar wertvolle Tipps dazu.

WANN SOLLTEN ELTERN LOSLASSEN?

Es gibt ein paar Situationen im Leben eines neuen Menschen und dessen Eltern, wo Loslassen viele neue Möglichkeiten der Entwicklung bietet. Dies sind z. B.

STUFE 1

– das Übernachten bei den Großeltern

– der Eintritt in die Kita

– Spielen bei den Freunden (allein)

– den Nachhauseweg alleine laufen

—> die elementaren Erfahrungen der Selbständigkeit und eigener Identität

STUFE 2

– in die Schule kommen

– Hobbys entdecken

– die Pubertät

—> weiterführende Erfahrungen der Selbständigkeit und Identitätsfindung

STUFE 3

– die Berufswahl

– der Auszug in eine eigene Wohnung

– die Partnerwahl/Hochzeit/eigene Kinder

—> Identitätsfestigung

Wie du hier siehst, gliedere ich das Loslassen in drei verschiedene Stufen. Die erste Stufe ist sehr elementar und einfach gestrickt, in Bezug auf Lernen und Loslassen. Während die zweite schon viel komplexer gestaltet ist und viel mehr von dem Kind und auch den Eltern abverlangt. Die dritte Stufe, ist etwas entspannter, erfordert aber, dass man sich als Eltern mit seinen persönlichen Ansichten mehr zurücknimmt als früher, wobei das Äußern der eigenen Meinung für den Sprössling, auch hilfreich sein kann.

Du siehst als Eltern, stehst du immer wieder vor einer neue persönlichen Challenge, die dein Kind aber auch vor allem dich selbst verändert und demnach auf deinem Lebensweg weiterbringt.

Sicher fallen dir in den jeweiligen Stufen, individuelle Situationen ein, in denen du Schwierigkeiten hast dein Kind zu verstehen, oder es seinen Weg gehen zu lassen, also es loszulassen. Notiere dir diese Situationen und schau was der nächste Abschnitt dir an hilfreichen Möglichkeiten dazu bietet.

Wichtig ist aber, das du stets mit gesundem Menschenverstand handeln solltest, was das Loslassen und die damit gelieferte Freiheit, aber auch Gefahren für dein Kind angeht. Jede Entwicklungsstufe birgt neue Möglichkeiten des Loslassens. Immer dann wenn sich neue Situationen ergeben, an denen dein Kind lernen kann, solltest du überlegen wie weit du es loslassen kannst, damit es auf Entdeckungsreise gehen kann.

WAS GENAU KANN ELTERN HELFEN LOSLASSEN ZU LERNEN?

Die Einstellung

Loslassen, beginnt in deinem Kopf! Wenn du nicht begreifst, dass dein Kind ein weiteres Wesen, wie du selbst, auf dieser Erde bist und genau so ,wie du, erfahren und lernen muss, was es bedeutet am Leben zu sein, wirst du ständig versuchen es an dich zu binden und für es zu leben.

Entwickle eine natürliche Einstellung dazu, Mutter oder Vater zu sein. Denk an die Geburt. Natürlicher kannst du nicht loslassen (damit ist auch der Vater gemeint, auch er lässt den bisherigen Zustand der Schwangerschaft los und akzeptiert, das jetzt etwas Neues beginnt).

Schau auf deine innere Einstellung und …

mach dir bewusst, dass sich das Leben ständig verändert

♥ mach dir bewusst, dass du nicht immer alles richtig machen kannst (du lernst ja selbst noch)

erkenne, dass Loslassen nicht bedeutet, das du als Mutter und Vater versagt hast

akzeptiere, dass dein Kind/deine Kinder eigenständige Persönlichkeiten sind, die genau so wie du, ihre Erfahrungen als Mensch machen möchten

akzeptiere, dass es nicht immer so läuft wie du es gerne hättest

akzeptiere, dass dein Kind auch andere Ansichten/Werte haben kann als du

erkenne, dass auch du ein Mensch mit eigenen Bedürfnissen bist

erkenne, dass dein Kind immer dein Kind bleibt, auch wenn du loslässt und es in die Hände von Erziehern und Lehrern gibst oder es durch die Pubertät eigenständig wird.

 

Die eigenen Gefühle beeinflussen

Vorhin erwähnt, haben wir ein starkes Gefühl von Liebe für unsere Kinder. Dies ist ein wunderbarer natürlicher Aspekt damit Menschen gedeihen können. Damit du aber loslassen lernen kannst, solltest du dir dieser Gefühle ganz und gar bewusst werden. Denn wenn du weist was du eigentlich fühlst und für dein Kind willst, weist du auch was dir eventuell in der Beziehung zu deinem Kind Schwierigkeiten macht. Ist das geklärt, kannst du beginnen deine Gefühle zu beeinflussen. Denn wenn du anders denkst, verändern sich auch deine Gefühle, so dass sie dir und deinem Kind nicht mehr im Weg stehen. Stell dir also folgende Fragen:

was kann schlimmsten Falls geschehen, wenn ich jetzt loslasse und mein Kind eigene Erfahrungen machen lasse?

? was verliere ich wenn ich jetzt mal loslasse?

? was gewinne ich wenn ich jetzt loslasse?

? ist meine Angst begründet oder übertreibe ich da jetzt gerade?

? wer könnte mir helfen, diese Situation einmal anders zu betrachten?

? hatte ich schon einmal so eine Situation und wie habe ich da gehandelt?

? wie könnte ich mal anders auf diese Situation reagieren?

Manchmal hilft es auch, einfach mal eine fremde Person zu fragen, wie sie in so einer Situation reagieren würde. Klar dies erfordert Mut, jedoch bekommst du so, sehr viele unterschiedliche Handlungsalternativen, die dir helfen können eine Situation aus verschiedenen Perspektiven zu sehen. Und mit fremden, meine ich wirklich fremde Leute!

Sich erinnern

Du warst ja selbst einmal ein Kind und bist durch genau die gleichen Stufen gegangen wie dein Kind/deine Kinder jetzt. Überlege einmal, wie war das damals für dich, als du nach neuen Erfahrungen gestrebt hast und deine Eltern dich nicht loslassen konnten? Was hat dir zu schaffen gemacht und wie hättest du dir deine Eltern gewünscht? Und vor allem wann war es prima?

Jetzt als Erwachsener, kannst du das viel objektiver betrachten und siehst vielleicht, wann du doch besser etwas oder ganz loslassen solltest.

Stufenweise Loslassen

Das Loslassen, fällt Eltern wesentlich leichter, wenn sie diesen Prozess immer wieder in kleinen Dosen durchführen. Wie z. B. bei den Großeltern übernachten oder mal bei Freunden (übrigens ist das auch sehr wichtig für die eigene Partnerschaft, dazu aber in einem anderen Artikel). Diese Schrittweise Abnabelung von erst ein paar Stunden bis hin zu mehreren Tagen, hilft dir und auch deinem Kind, mit Veränderungen im Leben besser klar zu kommen. So z. B. wenn, dein Kind die Kita besuchen soll oder es alleine eine Busfahrt zur Schule bewältigen muss. Das Kind lernt selbständig ohne Mama und Papa an einem Ort zu sein, während du und der Vater lernen, dass euer Kind etwas auch alleine schaffen kann. Natürlich kann es auch Rückschläge geben, und die Oma oder die Erzieherin ruft an, das heute kein guter Tag ist. Das ist aber nicht schlimm, es wird immer wieder neue Tage geben an denen es wunderbar läuft und alle daran gewinnen.

So praktiziert, wird es dir auch leichter fallen, dein Kind/deine Kinder später beim Auszug loszulassen, um ihnen so (und letztlich dir/euch selbst) einen neuen Lebensabschnitt zu ermöglichen.

Dem Kind etwas zutrauen

Je öfter du deinem Kind zutraust etwas alleine zu meistern, und sei es nur auf die Kloschüssel zu sitzen, desto mehr vertraust du auf das Handeln deines Kindes. Es lernt Gefahren zu bewerten und einzuschätzen, während du dich entspannst und neue Situationen gelassener betrachtest. Wenn Kinder vor Neuem keine Angst sondern Respekt und Neugierde entwickeln, kannst du dich zurücklehnen und dir gewiss sein, das dein Kind das auch ohne dich schafft! Die Tochter meines Lebensgefährten, ist mitten in der Pubertät. Der erste Besuch beim Frauenarzt stand bevor. Mein Lebensgefährte ging so natürlich mit der Situation um, mit beim Frauenarzt zu sein, das seine Tochter eines Tages von der Schule kam und meinte. „Ach Papa, ich war vorhin beim Frauenarzt und habe mir einen Termin zur Kontrolle geholt, kommst du dann wieder mit?“. Na was sagt man dazu ;-).

„Vertrau deinem Kind, es ist so stark wie du es zulässt!“

DIE BESONDERE ZEIT DER PUBERTÄT

Eltern erleben diese Zeit als launisch und von Konflikten durchzogen. Die Jugendlichen zusätzlich als völlig fremd. Einerseits wollen sie noch Kind sein, andererseits erwachsen. Sie sind konfrontiert mit tausend neuen Gefühlen und Anforderungen die man an sie stellt, sodass alles etwas durcheinander wahrgenommen wird. Wenn Eltern bis zu diesem Tag eine gute vertrauensvolle Beziehung zu ihren Kindern aufgebaut haben, ist es ihnen möglich diese Beziehung neu zu gestalten. Wichtig für dich ist zu wissen, das du die Eltern-Kind-Beziehung nicht aufgibst, sondern sich diese auf eine andere Ebene gehoben wird. Von der Eltern-Kind-Ebene, begebt ihr euch auf eine Erwachsen-Erwachsen-Ebene!

Es hilft dir als Mutter und Vater sehr, wenn du verstehst was da gerade mit deinem Kind passiert. Es findet sich selbst! Akzeptiere, dass dein geliebtes Baby jetzt selbst erwachsen wird und alleine zurechtkommen kann (im weitesten Sinne ;-)). Akzeptiere einfach, das es abstand von dir braucht, dass es deine Ansichten in Frage stellt und sich die Haare färben will. Je mehr du dich über die hormongesteuerten verbalen Patzer und die Faulheit aufregst, desto mehr spitzt sich die Situation zu.

Pubertäres Verhalten ist Ausdruck der nun erkannten, eigenen Macht, welcher sich dein Kind jetzt bewusst wird.

Auch wenn sich die familiären Aktivitäten ab der Pubertät reduzieren, bleiben sie dennoch bestehen. Jetzt gilt nicht mehr so viel wie möglich mit dem Kind zu machen, sondern wenige aber hochwertige Gespräche und gemeinsame Zeit zu verbringen. Eltern die hier ein großes Stück loslassen können, gewinnen in dieser Zeit sehr viel an Freiheit. Den nun bleibt wieder mehr Zeit für die eigene Partnerschaft!

AUF DEN PUNKT GEBRACHT

Der Prozess des Loslassens der Eltern-Kind-Bindung, ist ein langer Prozess, welcher schon in den ersten Kindheitsjahren beginnt. Kinder loslassen bedeutet, sich selbst und den eigenen Kindern die Möglichkeit zu geben, sich auf neue Situationen einzulassen. Dabei hilft es Eltern sich selbst und ihre Gefühle und Motivationen genau zu betrachten und diese durch ihre eigenen Einstellungen und Gedanken zu regulieren. Es hilft auch sehr viel, sich zu erinnern wie es selbst für uns als Kind war. Mit was wir kämpfen mussten und was uns half. Lass dein Kind stückweise los und traue ihm zu, dass es etwas alleine kann. So ermöglichst du das dein Kind seine eigenen Erfahrungen machen kann. Gerade in der Pubertät muss es wachsen und zu sich selbst finden können. Dabei sind Konflikte zwar ein Stück unumgänglich, jedoch Zuviel davon stört die andere neue Erwachsenen-Beziehungsebene, welche sich während der Pubertät aufbaut.

Letztendlich können wir unseren Kindern nur Fürsorge, Liebe und Halt geben. Gehen, sprechen, Fehler machen, müssen sie von alleine. Und sieh es mal so, je natürlicher du loslässt, desto mehr hast du von deinem eigenen Leben und der Beziehung zu deinem Partner. Wir leben ja nicht nur um Eltern zu sein ;-).

Wie geht es dir als Mutter oder Vater damit, dein Kind loszulassen? Was hilft dir dabei? Teile es mit uns, denn jede Idee und Hilfe kann eine Hürde weniger bedeuten.
Wenn du noch mehr über das Loslassen erfahren möchtest, findest du in diesem Artikel noch weitere Informationen für dich.
 
 
 
 
 

Loslassen können aber wie?

Loslassen können aber wie?

Auftakt Artikel einer mehrteiligen Serie zum Thema Loslassen. Sind wir unbeständig, wenn wir loslassen? Bekommen wir etwas Wertvolles, wenn wir immerzu Probleme und Dinge horten, nur damit diese uns nicht verloren gehen? In beiden Fällen eindeutig nein! Loslassen ist dazu da sich weiter zu entwickeln und neue Möglichkeiten ins Auge zu fassen. Wie auch du Situationen erkennen kannst die du loslassen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Im Rahmen der Blogparade von Manuela, habe ich mich mit dem Thema Losslassen beschäftigt. Und da mir dieses Thema mal wieder sehr am Herzen liegt, werde ich die kommenden Freitage Verschiedene Aspekte dazu beleuchten. Loslassen als Eltern, Lebenspartner und Hochsensibler Mensch. Abboniere einfach meinen Blog, damit du keinen Beitrag verpasst.

DER MENSCH UND BINDUNG

Vom Tag unserer Geburt an, sind wir mit Menschen und Situationen um uns herum verbunden. Das ist wichtig und nötig, damit wir überleben und uns zurechtfinden können. Immer wieder halten oder klammern wir uns an Dinge, Menschen und Situationen um eine Sicherheit im Leben zu haben.

Wir ahmen die Eltern nach, verlieben uns in einen Partner, wählen diesen oder jenen Job, um unserem Dasein Wertigkeit zu geben. Rituale sind uns dabei sehr wichtig, da diese uns schlicht und einfach eine Menge Sicherheit geben. Natürlich halten wir deshalb an Dingen, Situation und Menschen fest, auch wenn wir uns z. B. weiter entwickelt haben und diese Menschen usw. nicht mehr zu uns passen.

Hin und wieder kommt es vor, das Personen unseres Umfeldes es nicht so toll finden, wenn wir uns verändern und etwas Loslassen, was doch bis dahin so wunderbar gepasst hat. Aber sind wir dann unbeständig oder gar bindungsunfähig wenn wir etwas Loslassen, das uns nicht mehr entspricht? Sicher nicht! Schließlich muss doch jeder selbst wissen, was das Beste für einen ist.

Gerade das Loslassen ist ein Teil unseres Seins, durch das wir uns vom kleinen Kind zum Jugendlichen und schließlich erwachsenen Menschen entwickeln können. Ohne Loslassen gescheit keine Entwicklung und somit auch keine Möglichkeit neue Bindungen in jeglicher Form einzugehen.

„Festhalten und Loslassen ist wie das Yin und Yang. Die gehören einfach zusammen“

Sissi Haupt

LOSLASSEN HAT MIT BEWUSSTHEIT ZU TUN

Ich selbst habe das in vielen Situationen erlebt. Ob ich Freundschaften losgelassen habe, mich von Lebenspartnern trennte oder von geliebten Menschen wie meiner Oma. Ja selbst das Ausmisten meiner Alten Kleider hat mich jedes Mal weitergebracht. Letzteres ist übrigens unglaublich befreiend!

Um etwas loslassen zu können, ist es aber erst einmal wichtig sich bewusst zu machen, das man überhaupt an etwas festhält, das man schon längst hätte verabschieden sollen. Also frage dich jetzt mal, ob es da nicht das eine oder andere gibt das:

  • Dich verlangsamt

  • Dich hemmt

  • Dich traurig stimmt

  • Dich immer wieder ärgert und dich zur Weißglut bringt

  • Dir oft zeigt wie unbefriedigend diese Situation ist

  • Dir Kraft raubt

Du siehst, diese Fragen haben viel mit Gefühlen zu tun. Ist ja auch klar, es geht ja um dich und deine Bindungen und die haben stets mit Gefühlen zu tun. Denk nur mal an deine Kleider im Schrank. Na, wie viele davon liegen schon etliche Zeiten da drin und werden nicht mehr getragen, sondern nur um gestapelt. Frage dich einmal, warum du dieses Shirt nicht einfach in die Tonne werfen kannst :-). Sieh es mal praktisch, wenn du es entsorgst, hast du wieder Platz für was Modernes.

Loslassen heißt, sich bewusst zu entscheiden etwas zu beenden, um sich oder anderen neue Türen zu öffnen.

WIE MERKE ICH DAS ICH LOSLASSEN SOLLTE?

Wenn du dir eben die oben gestellten Fragen ehrlich beantwortet hast, kannst du sie sicher mit konkreten Situationen verbinden. Mal ein Beispiel von mir. Ich hatte einmal eine Freundin, mit der ich sehr eng war. Wir lachten viel, gestalteten viel Freizeit miteinander und konnten über alles sehr offen reden. Eine sehr schöne Freundschaft. Irgendwann ging bei ihr eine Liebesbeziehung zu Ende und sie begann sich zu verändern. Sie war stichelnd zu mir, lachte mich aus, nahm mich nicht mehr für voll. Sie tat mir, wo sie konnte, einfach nur weh. Ein klärendes Gespräch brachte kurze Einsicht, doch dann wurde es nur noch schlimmer. In dieser Zeit ging es mir nach jedem Gespräch körperlich und emotional sehr schlecht. Ich hatte sogar Angst vor der nächsten Freizeitaktivität. Sogar mein Freund und Arbeitskollegen machten mich darauf aufmerksam das ich mir so ein abwertendes Verhalten doch nicht gefallen lassen könne, nur weil sie meine beste Freundin sei. Ich ließ mir nichts sagen und wollte sie einfach nicht aufgeben und ertrug Schmerz um Schmerz.  Bis zu einem Tag, an dem ich merkte, das ich ihr nichts mehr bedeutete und ich mich endlich entschloss die Freundschaft mit ihr zu beenden. Ich war auf einmal befreit, von Schmerz, von schlechten Gefühlen, und Gelähmtheit. 

Diese Situation könnte ich auch auf das Berufliche und sogar die eigene Familie übertragen. Die Symptome sind stets die gleichen. Ein unaufhörliches Unwohlsein in mir, das etwas einfach nicht mehr richtig ist. Hast du solche Auswirkungen auch schon erlebt?

Zu sehr festhalten, tut einfach nicht gut. Hör mal in dich hinein, ob du da etwas entdecken kannst, das dir gleiche oder ähnliche Symptome beschert. Frage dich was anders sein würde, wenn du diese Sache loslassen würdest? Etwas loszulassen hat auch wieder ein Stück weit mit deiner eignen Authentizität und deinen Werten zu tun, über die ich in der vergangenen Woche und vor einiger Zeit geschrieben habe. 

WAS GEWINNE ICH, WENN ICH LOSLASSE?

Wer schon einmal etwas losgelassen hat, der kennt die positiven Effekte. Du fühlst dich in erster Linie leichter, wie befreit von einer Last, schließlich hast du da einen ganz schönen Brocken mit dir herumgeschleppt. Du fühlst dich stark und selbstbewusst (ja das kann dich richtig pushen).  Auch wirst du die Dinge klarer sehen und kannst wieder Entscheidungen treffen, die dich weiter bringen. Es ist einfach eine gesamte Zufriedenheit, nach eigenem Ermessen gehandelt zu haben, auch wenn jetzt vielleicht viele neue Situationen zu meistern sind. 

LOSLASSEN AUF DEN PUNKT GEBRACHT

Wer emotionale Bindungen eingeht, ob mit Menschen, Dingen oder Situationen, steht irgendwann vor der Frage, ob er diese Bindungen festhalten will oder sie zum eigenen oder fremden Wohl loslässt. Das Loslassen von solchen Bindungen erfordert jedoch ein gewisses Maß an Bewusstheit. Bewusstheit darüber, wie eine Situation, ein Mensch oder Ding mir selbst das Leben schwer macht oder einschränkt. Spätestens, wenn körperliche und seelische Beschwerden hinzukommen, sollte man sich überlegen, ob Loslassen nicht die bessere Wahl ist. Schließlich  ist Loslassen nicht das Ende, sondern der Beginn von Neuem. Obendrein mit sehr vielen positiven Auswirkungen.

Hast du Tipps die helfen loszulassen? Dann teil sie mit uns. In der nächsten Woche, geht es um Eltern und das Loslassen der Kinder :-).





Authentizität – SO BIN ICH WIRKLICH!

Authentizität – SO BIN ICH WIRKLICH!

Firmen werben mit ihren authentischen Produkten und Kundenbetreuung. Menschen auf sozialen Netzwerken, wie zum Beispiel Facebook oder ­Instagram, knipsen Bilder von sich und bewerben sich selbst, in dem sie sagen, sie seien genau so. Urlauber werden gelockt mit authentischen Erlebnissen.

Aber was ist wirklich echt und was nur konstruiert? Warum ist uns der Begriff 

A U T E N T I Z I T Ä T so wichtig geworden? Was steckt hinter diesem Wort und vor allem was soll es uns vermitteln?

Jeder kennt sicher die Aussage „Im Job bin ich so, privat bin ich ganz anders!“ Was genau ist damit gemeint? Verstelle ich mich im Job oder im Privatleben? Sollte man mich beruflich mit Vorsicht genießen? Jeder von uns hat seine verschiedenen Rollen im Leben. Die Mutter, der Angestellte, der Freund, die Chefin, die Schwester, das Kind, der Projektleiter, die Managerin, der Arzt, die Erzieherin usw.

Innerhalb dieser Rollen bestehen Regeln, die wichtig und dienlich sind, um diese Rolle ausüben zu können. Die Mutter wird sich zu Hause anders verhalten, als wenn sie von 7:00 Uhr bis 13:00 Uhr ihrem Job in der Anwaltskanzlei nachgeht.

Ist sie deshalb eine Scheinheilige? In beiden Fällen ist sie höchst wahrscheinlich authentisch bei der Sache. 

WAS MACHT AUTHENTIZITÄT AUS?

Die Sozialpsychologen M. Kernis und B. Goldman haben vier Kriterien aufgestellt, welche alle erfüllt sein müssen, um sich selbst als authentisch wahrzunehmen. 

Bewusstsein

Wenn ich mir bewusst bin, was mir wichtig ist im Leben und zu was ich Stellung beziehen kann, wird es mir leichter fallen mein Handeln bewusst wahrzunehmen und meinen Werten entsprechend zu agieren. Das hilft in meinen verschiedenen Rollen so zu bleiben, wie ich bin und meine Werte konsequent zu leben.

Ehrlichkeit

Wer authentisch sein möchte, muss auch die ehrlichen Antworten von andern aushalten können. Was hilft es dir authentisch zu sein, wenn du andere Meinungen nicht tolerierst?

Aufrichtigkeit

Wer anderen etwas vorspielt, um einen Schein aufrechtzuerhalten, wird auf Dauer keine Authentizität gegenüber sich und Dritten entwickeln können. Jeder sollte sich bewusst machen, dass auch negative Dinge zu seiner Persönlichkeit gehören. Denn gerade wenn ich authentisch sein will, muss ich auch eingestehen, dass ich etwas nicht gut gemacht habe oder ein Sachverhalt einfach völlig anders ist.

Konsequenz

Letztlich erkennen wir authentische Menschen an ihrem dauerhaftem, konsequenten Handeln und Wirken. Eintagsfliegen bleiben uns nicht im Gedächtnis. Ist es dir wichtig authentisch zu sein?

WARUM IST UNS AUTHENTIZITÄT SO WICHTIG GEWORDEN?

Ganz einfach, damit wir unterscheiden können, wer es ernst und ehrlich mit uns meint. Bei all den Versprechen in Werbung usw. wird uns suggeriert wie großartig, toll, einzigartig, kundenorientiert alles ist und dass man es nur gut mit uns meint. Das Wort authentisch wird in diesem Zusammenhang regelrecht missbraucht. Ist es da nicht verwunderlich, wenn wir uns nach etwas ECHTEM sehnen?

Wir sehen uns unser Gegenüber inzwischen viel kritischer und länger an als noch vor ein paar Jahren. Ganz einfach deshalb, weil wir in kein Fettnäpfchen mit ungewissem Pseudoinhalt treten möchten, der uns am Ende eine Menge Geld aus der Tasche zieht. Wir wollen nichts mit Lügnern und scheinheiligen Menschen zu tun haben. Sondern uns auf jemanden oder ein Produkt verlassen können!

Wen wir als echt einstufen, bekommt unser Vertrauen. Dem können wir uns öffnen und fühlen uns auf der sicheren Seite, weil wir ihn einschätzen und dieser für uns berechenbar wird.

AUTHENTIZITÄT UND INDIVIDUALITÄT

Menschen, die authentisch leben, empfinden wir auch als Individualisten. Die wissen was sie tun und sie machen es aus Überzeugung. Das beeindruckt uns, auch wenn es negative Verhaltensweisen sind. Solche Menschen sind regelrecht meinungsresistent. Da wo andere der Werbung oder dem Gruppendruck nachgeben, bleiben diese Menschen bei ihren W E R T E N! Sie stehen zu sich und ihren Ansichten. Ich gebe zu, so zu sein, ist heut zutage nicht wirklich einfach. Wir wollen so individuell wie möglich sein, und kopieren aber im gleichen Atemzug andere nur, um zu gefallen. 

„Da frage ich mich, wer sind wir wirklich?“

FAZIT

Authentisch sein ist ein ganzes Stück Arbeit. Von der eigenen Selbstreflexion über das Bewusst machen und Leben der eigenen Werte, bis hin zu Toleranz anderen und ihren Meinungen gegenüber. Ehrlich zu anderen sein ist nicht einfach, ehrlich sein mit sich selbst ist noch viel schwieriger. Sei wirklich so wie du bist, und respektiere andere. Du schaffst dir damit ein Riesenstück Freiheit und vor allem Individualität­.

 
 
 
 

Ich wünsche dir einen schönen Feiertag und 

„Hab Mut zu dir selbst und sei authentisch!“






Entspannung – fängt mit mir selbst an

Entspannung – fängt mit mir selbst an

Wie entspanne ich richtig? Wann fängt Entspannung an?
Genügt es wenn ich mich in Yoga, Meditation und Achtsamkeit übe, oder fängt Entspannung ganz wo anders an?

Diese Woche meinte eine Klientin zu mir: „Außerdem bin ich gerade mit mir selbst sehr entspannt!“ Eine Aussage, die mich gleich zum Nachdenken gebracht hat. Was bedeutet es eigentlich mit sich selbst entspannt, zu sein? Wann sind wir entspannt mit uns selbst und vor allem wann sind wir es nicht?

Interessanterweise hatte ich gestern noch so ein ähnliches Gespräch, bei dem mir auffiel, das mein Gegenüber mit sich selbst sehr angespannt umgeht. Auslöser war eine neue Lebenssituation, welche zuvor so, noch nie da war. Mein Gesprächspartner hat sich sozusagen über sein eigenes Handeln und Denken selbst aufgeregt und es nicht leiden mögen.

Selbstkritik, Hadern mit dem eigenen Verhalten bis hin zu Verachtung kann alles drin sein, wenn es um den Umgang mit uns selbst geht.

NEUE SITUATIONEN IM LEBEN

Wir Menschen kommen halt immer wider in Situationen, die von uns unglaublich viel abverlangen. Momente, die wir eventuell noch nie zuvor erlebt haben und jetzt vielleicht ganz alleine bewältigen sollen. Wer bekommt da nicht erst mal einen Schreck und dann einen Blackout. Alles rotiert nur noch um das Problem und wir können es nicht begreifen, das wir es nicht mit einem Fingerschnippen erledigen, hinbiegen und beseitigen können.

Schnell fängt man an, grimmig mit sich selbst  zu sein. Sich selbst infrage, oder vor eine Art inneres Gericht zu stellen. Dann ist man unzufrieden und nichts scheint mehr zu funktionieren, was man anpackt. Der Sog nach unten geht immer weiter, bis man sich verachtet, hyperventiliert oder sogar aufgibt. Dann sucht man nur noch die Schuld bei sich. Bei dir schon mal vorgekommen?

Aber Moment mal!

Wie machen wir das denn mit kleinen Kindern, die noch nie alleine auf der Toilette waren, einen Schneebesen in der Hand hatten oder über Nacht bei fremden Leuten schlafen sollen?

Geben wir ihnen Raum um sich selbst herunterzumachen?

NEIN!

Wir sagen ihnen, dass es nicht schlimm ist, wenn das noch nicht klappt, wenn sie sich verkleckern oder vor Angst weinen müssen. Dass es OK ist, wenn sie etwas noch nicht können, wir konnten es ja auch früher nicht!

Was ist heute (als Erwachsener) anders an neuen Situationen?

Genau eigentlich nichts ;-).

MIT NEUEM UMGEHEN LERNEN

Nur weil wir jetzt „Erwachsen“ sind, meinen wir alles sofort bewältigen zu müssen. Schmarren! Wir lernen und begegnen neuen Situationen bist zu unserem Sterbebett (ja selbst das wird eine neue Situation sein). Und ja, wir dürfen das ganze Leben Fehler machen, uns in überwältigenden Situationen befinden und einfach mal nicht wissen, was zu tun ist!

Solange wir eine Situation mit unserer nicht vorhandenen Kompetenz, nicht annehmen können, können wir auch nicht zu innerer Entspannung finden. Zuviel Selbstkritik bremst uns aus!

„Sei freundlich zu dir und gönne dir den Luxus, liebevoll zu dir selbst zu sein!“

Sissi Haupt

Es ist tausendmal anstrengender sich über sich selbst oder etwas aufzuregen, als es einfach mal anzunehmen. Die Situation ist da, Punkt. Da gibt es nichts zu rütteln!Es ist besser wenn du dich fragst:

Was mache ich jetzt daraus? Rege ich mich darüber auf das Es diese Situationen gibt, und ich so wie es aussieht keinen Ausweg weis? Oder atme ich erst mal durch und frage mich, welche genialen Möglichkeiten denn jetzt wieder im Spiel sind?

BITTE SCHALTEN SIE DEN COMPUTER NICHT AUS ES WIRD EIN UPDATE INSTALLIERT!

Situationen, Probleme brauchen erst mal Zeit, um in uns zu wirken. Das Bewusstsein muss sich dem neuen Umstand erst einmal anpassen können. Erst danach sind Reaktionen möglich. Das ist im Grunde, wie mit einer Erkältung. Diese trifft uns auch meist aus heiterem Himmel und der Körper ist erst einmal richtig schlapp. Erst wenn sich dieser auf die Bakterien und Viren eingestellt hat, kann er handeln und wir werden wieder gesund.

Wenn also eine neue Situation entsteht, versucht unser Unterbewusstsein neue Strategien zu entwickeln. Das äußerst sich nicht selten in neuem Verhalten. Plötzlich sagen und tun wir Dinge, die wir sonst nicht machen. 

TIPP: „Nicht darüber aufregen, hier läuft grade ein Update ­deiner Selbst! Und wie das so mit Updates ist, sie gefallen uns nicht immer, aber passen sich mit der Zeit immer besser an.“

Also gib dir Zeit, dich mit neuen oder schwierigen Situationen zu arrangieren. Neue Ideen, Lösungen usw. werden sich dann von alleine einstellen, dein Unterbewusstsein ist ein Meister im bewältigen neuer Situationen und Kreieren von neuen Möglichkeiten­.

Nutze die Zeit der Einstellung dazu, dir selbst etwas Gutes zu tun. Frage dich einfach mal:

  • Was hilft dir, mit der Situation gut umzugehen? 

  • Was lenkt dich ab und bringt dich auf andere Gedanken?

  • Was tut dir gut? 

  • Was macht dir Freude?

„Tu mehr von dem was du liebst und tu es oft!“

Sissi Haupt

UND NOCHMAL IN KÜRZE

Entspannung beginnt schon damit, wie wir mit neuen Situationen umgehen. Neue Situationen im Leben sind dazu da etwas zu verändern. Etwas richtig zu stellen oder eine Chance zu eröffnen. Unser Körper und vor allem auch unsere Seele benötigen Zeit um sich auf einen neuen Sachverhalt einzustellen und neue passende Lösungen, zu kreieren. Tu dir selbst etwas Gutes, und gib dir die Zeit Neues in dein Leben zu lassen, auch wenn du nicht sofort weist, was du tun sollst. Akzeptiere einfach, wie es ist und schau, was sich Neues daraus entwickeln kann­. Dich selbst zu verurteilen, weil du mit etwas nicht klarkommst, lässt die Verspannungen erst entstehen und hindern dein Unterbewusstsein daran, eine Lösung zu finden. Also, auch wenn du dich in solchen Zeiten anders benimmst, hadere nicht mit dir selbst, sondern rufe dir ins Bewusstsein, das bei dir im Moment ein Update läuft.

Ich habe schon öfter gesehen, wie so eine Einstellung Berge versetzen kann und ausweglos erscheinende Situationen plötzlich in völlig anders Licht standen. Sei lieb zu dir selbst!

Ich wünsche dir viel Erfolg! Und lass etwas von dir hören, ich bin gespannt, wie es dir damit ergeht.






Sag doch einfach, was du willst!

Sag doch einfach, was du willst!

Kennst du das auch? Du steckst in einer Situation, aus der du heraus möchtest, aber du sagst einfach nicht, was du willst? Du hast eine Idee, aber keiner weis davon, weil du diese einfach keinem erzählst? Also ich kenne das sehr gut. Beziehungsweise ich kann mich noch gut daran erinnern, wie das damals war und wie sich dadurch viele Dinge in die Länge gezogen haben oder mich sogar komplett blockierten. So habe ich es hin bekommen …

Die letzten Tage beschäftigt mich sehr, das es vielen Menschen schwerfällt, sich mitzuteilen. Es ist wohl für viele, nicht einfach zu sagen, was sie möchten. Ob im beruflichen oder privaten Zusammenhang, spielt dabei keine Rolle.

Viele neigen eher dazu, lieber nichts zu sagen, da eine mögliche Konsequenz schlimmer zu ertragen währe als der quälende Zustand des Schweigens. Ist das wirklich so?

SO KANN ES EINEM GEHEN

Mal ganz ehrlich:

Was ist auf Dauer schlimmer, ständig das gleiche lähmende Gefühl zu haben gegen etwas ankämpfen zu müssen, oder ehrlich zu sein, und auszusprechen, was einem aufstößt und beschäftig, auch wenn die Reaktionen nicht voraussehbar sind?

Anfang der Woche erzählte mir meine Mutter, dass sie im Wartezimmer eines Arztes mit einem älteren Mann ins Gespräch kam, welcher ihr sein Leid klagte. Dabei ging es, aber, nicht um ein medizinisches Problemchen, sondern das er zu Hause immer friert. Seine Frau würde ihm aus finanziellen Gründen verbieten die Heizung an zu machen. Das ginge schon viele Jahre so und er würde immer so sehr frieren. Im ersten Moment war ich still. Im zweiten Moment dachte ich mir dann, „Was … das hält der schon Jahre lang aus?“ Da bekommt der Begriff Zähne zusammenbeißen doch eine ganz neue Dimension!

Einen Tag später berichtete mir eine Freundin, dass es in ihrer Patchworkfamilie, Probleme mit ihrem Partner geben würde, der an den Wochenenden so extrem schlechte Laune habe. Alle würden darunter leiden, vor allem sein ältester Sprössling. Dieser schüttete per WhatsApp sein Herz bei ihr aus, bat aber darum das Sie, seinem Vater nichts davon sagen solle. Puh, da lastete eine Menge Druck auf ihr. Ihr Fazit: Runder Tisch und jeder sagt, was er zu sagen hat, ohne unterbrochen zu werden. Eine supertolle Idee!

AUS DEM KARUSSELL AUSSTEIGEN

So wie in diesen beiden Beispielen, ging es mir auch einmal. Ich war ständig im Zwiespalt, mit dem was ich wollte und dem, was die anderen wollten. Gesagt habe ich nichts! Nur ertragen … ertragen … ertragen. Bis es mal nicht mehr weiter ging und ich bei einer Situation völlig überfordert zu weinen begann. Eine Freundin sagte dann damals mahnend zu mir „Sissi, tu das nie wieder! Sag immer, was mit dir ist und was du willst und brauchst“!

Ich sage dir, seit dem habe ich das so praktiziert. Ich hatte keine Lust mehr auf dieses Karussell, das sich immer weiter dreht auch wenn mir im Grunde schon kotz übel ist. Also hab ich begonnen immer vorher abzuspringen, bevor sich mir der Magen umdrehte

„Früher hätte ich auch eher gefroren, heute kommt für mich so etwas nicht mehr infrage. Die Dinge müssen so zu sagen auf den Tisch. Und zwar zeitnah!“

Sissi Haupt

WIE HABE ICH DAS GEMACHT?

Klingt jetzt wenig spektakulär, aber ich habe mich leise selbst etwas gefragt, je nach Situation.

  • Was kann Schlimmsten falls passieren, wenn du sagst, was du denkst oder fühlst in dem Moment?

  • Warum sollte ich nicht auch einfach etwas sagen können, so wie diese Person da?

  • Ist der Zug für mich abgefahren, wenn ich jetzt stumm bleibe?

  • Diese Person sehe ich eh nie wieder, also was hält mich davon ab ihr zu sagen, was ich denke?

  • Diese Person hat eine Grenze bei mir überschritten, ist jetzt der passende Moment es ihr mitzuteilen?

  • Wie genau kann ich formulieren, was ich möchte/denke, sodass es wertfrei klingt und kein Streit entsteht?

Vielleicht mal ein Beispiel:

Am Ende meiner Erzieher Ausbildung musste ich ein Colloquium absolvieren. Das ist ein Fachgespräch mit Lehrern und Schülern über Inhalte des Erzieherberufes.

Ich hatte damals zwei Schwerpunkte, die mich in meiner Arbeit viel in Anspruch nahmen. Ich war super in meinem Job und fachlich voll auf diese Themen eingestimmt. Das Gespräch lief hervorragend, bis mich der Direktor fragte, aus welchem Land der Hauptteil der Kinder sei. Klar wusste ich es, aber mir viel das Land nicht ein … ich hatte quasi einen Blackout. Vor allem, weil es mir schon immer ziemlich egal war, woher ein Kind kam. Es war für mich einfach ein Kind Punkt. Nun also versuchte ich drum herum zu erklären, welches Land ich meinte und wies auch drauf hin das Ich grade hänge. Das Ende von diesem Gespräch war dieNotengebung, die mir eine 3,5 bescherte. Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Konnte es nicht fassen. Der Direktor erklärte breit das Ich diese Note bekomme, weil ich nicht wisse, woher meine Kinder stammen.Ich fragte mich innerlich was das Soll, hat er beim Rest nicht zugehört? 

Tja und dann war da dieser Moment, in dem ich mich fragte:

„Willst du dir von diesem Mann dein Leben versauen, lassen nur, weil er nicht objektiv ist?“

„Du wirst ihn niemals wieder sehen und ihn wird dein Leben nicht interessieren“. „Mach den Mund auf Sissi, auch wenn das der Direktor ist, denn schlimmer kann es nicht mehr werden“.

Und was glaubst du, was ich tat?

Genau ich hab es einfach gesagt!

„Ich bin damit nicht einverstanden“! Das waren meine Worte. Es entstand eine hitzige Diskussion über das, was ich sagen darf und was nicht, und so weiter. Aber ich blieb dabei und sprach ihn sogar direkt an „Nur, weil ich einen Blackout hatte, meinen sie das alles, was ich sagte, nicht gut war … ist das ihr ernst?“

Ich verlies entrüstet den Prüfungsraum, meine Lehrerin rannte mir nach um mich, zu beschwichtigen. Pustekuchen. Ich ließ sie stehen. 3 Stunden später erhielt ich einen Anruf. „Sissi, wir haben uns geirrt sie bekommen eine 2“.

Hätte ich nichts gesagt, hätten sich mein beruflicher Einstieg und auch mein Selbstwert sehr verschlechtert. Seit dem weis ich, das es sich lohnt zu reden.

„Bleib nicht stumm, andere kochen auch nur mit Wasser!“

DER RICHTIG ZEITPUNKT

Wie du in dem Beispiel eben gelesen hast, konnte ich nur in diesem Moment reagieren. Hätte ich mich erst 1 Woche später gemeldet, so hätte ich sicher keine Chance mehr gehabt meinem Anliegen Wichtigkeit, zu verleihen. 

Genau so ist es mit den meisten Problemen. Es geschieht etwas und du nagst daran. Der andere aber nicht, für ihn gibt es ja nichts zu nagen, deshalb vergisst er die Situation wieder. Wenn du dann Tage später damit ankommst, kann dein Gegenüber damit höchstwahrscheinlich nichts mehr anfangen. Deshalb warte nicht zu lange und sammle nicht unnötig Ärger in dir an.

Manchmal ist es aber auch ratsam, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, ehe man sich äußert. Gegebenen Falls sogar etwas vorzubereiten, um einen Sachverhalt konstruktiv anzugehen.

Ich denke dein gesunder Menschenverstand und deine Intuition, machen das schon richtig.

DER TON MACHT DIE MUSIK

Wenn du jemanden etwas sagen möchtest, solltest du das zwar Tun, aber nicht vergessen in welchem Ton! Streit ergibt sich meist aus dem Ton, den jemand anschlägt. Damit meine ich die Art wie es gesagt wird. Wenn du sagst „Man du gehst mir auf den Keks, mit deinem Gerede!“, ist ein Konflikt das natürliche Ergebnis. 

Wenn du stattdessen sagst „OK, ich verstehe das dir das Thema wichtig ist, nur kann ich damit im Moment einfach nichts anfangen“. Greifst du deinen Gesprächspartner nicht an, sondern zeigst ihm, das du verstehst, das ihm das wichtig ist, du aber nicht der richtig für ein Gespräch in diesem Thema bist. Dein Gesprächspartner muss sich nicht wehren, weil du ihm keinen Grund zum Wehren gibst. Du sagst einfach deine Tatsache und wertschätzt ihn dabei. 

Wenn du zeitknapp bist, kannst du auch sagen „Tut mir leid, ich hab den Kopf grade voll, weil ich diese Aufgabe abschließen muss, lass uns später darüber reden, da kann ich dir besser folgen“.

Überlege dir selbst einmal, was du gerne hören würdest in solchen Situationen. Womit könntest du umgehen? Was könntest du akzeptieren? 

„Wenn du etwas sagen möchtest, denk kurz nach, wie es beim anderen ankommen könnte.“

FAZIT

Situationen, mit denen du nicht eins bist, können auf Dauer sehr belastend sein. Tu dir was Gutes und trau dich zu sagen, was du denkst und fühlst. Nur, wenn du rauslässt, was dich beschäftigt, kann sich etwas für dich ergeben.Sei dabei objektiv, wertschätzend und zeitnah. Stell dir in drückenden Situationen die Frage: „Was kann schlimmsten Falles passieren, wenn ich sage, was ich denke und fühle“. So kannst du abwägen, ob die Konsequenz für dich akzeptabel wäre.

Sag doch einfach, was du willst! Es ist gar nicht so schwer.

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Foto unten: Kahless the unforgettable, „Saxophon“, CC-Lizenz (BY 2.0)
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Tipps für mehr Selbst-Achtsamkeit

Tipps für mehr Selbst-Achtsamkeit

„Pass auf dich auf“! hören wir oft von Menschen, die uns nahe sind. Aber tuen wir das auch? Passen wir wirklich auf uns auf, und achten darauf, was wir brauchen? Oder ist es nicht eher so, das wir uns selbst zurückstellen, unsere Bedürfnisse unsichtbar machen, um die Tagesquote an Arbeit etc. zu erfüllen?
Folgende Tipps können helfen, mehr Selbst-Achtsamkeit im eigenen Leben zu platzieren.

Ich denke den Satz „Pass auf dich auf!“ hast du bestimmt schon einmal gehört. Entweder sagte ihn jemand zu dir, oder du selbst hast es einmal jemandem mit auf den Weg gegeben. Meine Oma hat das oft gesagt, wenn wir uns von ihr verabschiedet haben. Ich selbst, sagte es erst kürzlich zu einer Freundin, welche ihrer Gesundheit kaum Beachtung schenkte. Ich empfand es in diesem Moment als dringend, ihr mitzuteilen, dass es wichtig ist, auf sich zu achten, bevor sie vor lauter Kummer und Stress zusammenbricht. Sie nahm es ernst… wie ist es mit dir?

Momente in denen Stress und das Funktionieren, die Oberhand im Leben bekommen, kennst du sicher auch. Ganz schnell trittst du selbst in den Hintergrund, und alles läuft automatisch ab. Die Mutter muss Haushalt, Kids und Job unter einen Hut bekommen, der Manager hat in seinem Kalender oft nur Geschäftstermine stehen (oft auch nach Feierabend), die Sprechstundenhilfe muss zum x-ten mal in diesem Monat, Vertretung machen.

Was aber wenn du diese Automation nicht mehr abstellen kannst?

Wenn der Job richtig Stressig ist, wenn ständig viel von dir verlangt wird, kann das durchaus vorkommen. Ich kann ein Liedlein davon trällern! 

Bist du auch zur Zeit sehr gestresst?
Wie verhinderst du, das dein Körper streikt oder du gar vollkommen unsichtbar oder traurig wirst?



SELBST-ACHTSAMKEIT

Achtsamkeit, ist in den letzen Jahren sehr publik geworden, vor allem im Bereich des Selbstmanagements. Etwas für sich selbst tun ist der Kern. Was aber genau ist mit Achtsamkeit und Selbst-Achtsamkeit gemeint?

Achtsamkeit ist eine Methode, zum Training des eignen Bewusstseins. Kurz gesagt übst du, durch sehen, hören, richen, schmecken, fühlen, das Geflecht zwischen DIR, der UMWELT und der aktuellen SITUATION wahrzunehmen, ohne dabei zu bewerten! So erkennst du mit genügend Übung, deine unbewussten, und oft automatischen Verhaltensweisen, in den jeweiligen Situationen. Du bist einfach ganz bewusst bei der Sache! 

Durch dieses neue Bewusstsein, handelst du selbstsicher, ruhiger und vor allem authentischer.

Achtsamkeitstraining, ist keine Methode die mit einem Fingerschnipp geht. Sie erfordert Zeit und Geduld (vor allem mit dir selbst). Eine sehr gute Anleitung um Achtsamkeit zu starten erklärt Ralf Sanftleben in diesem Artikel







SICH ETWAS GÖNNEN

Wenn ich einen Stressigen Tag hinter mir habe, gönne ich mir gerne ein Bad in meiner Wanne. Aber nicht mit einem schnöden Schaumbad. Es muss dann schon ein Aromabad mit glitzrigem Rosa oder gelbem Staub sein! Ach wie ich das genieße. Da kann die Wäsche ruhig warten. In diesem Moment kann ich mich voll auf mich besinnen und hören was mein Körper zu mir sagt.

Sicher fallen dir auch nette Möglichkeiten ein, wie du dir mit wenig Aufwand etwas gutes tun kannst. Vielleicht, ist ein Drink in deiner Lieblingsbar, oder eine Stunde mit dem neuen Roman, den du dir schon ewig gekauft hast? Vielleicht aber auch ein Run auf dem Tennisplatz? Spontan bei deiner Freundin/Freund vor der Türe stehen und essen gehen oder den Grill anwerfen? 

„Was immer du gerne tust, was immer dir Freude bereitet, ist genau das richtige! Dann ist es deine Stunde, dein Moment, deine Zeit!“

Sissi Haupt

EIN TAG OHNE LÄCHELN IST EIN VERLORENER TAG

Wusstest du, dass durch 30 Sekunden lächeln am Tag, dein Wohlbefinden und dein positives Denken verändert wird?
Im Ernst! Versuche es mal! Auch wenn dir nicht zum Lachen oder lächeln zumute ist, verziehe einfach für 30 Sekunden deinen Mund zu einem breiten Grinsen. Du wirst sofort merken, wie Glückshormone in deinem Körper frei gesetzt werden. Dein Unterbewusstsein erkennt nicht den Unterschied, ob es ein echtes oder ein herbeigeführtes Lachen ist. Das Ergebnis ist aber das gleiche.

Also wenn´s mal Stressig und Quer läuft, halte inne und lächle einfach 30 Sekunden was das Zeug hält. 
Auch eine Möglichkeit zu sich selbst zu kommen, und sein Bewusstsein wieder in Spur zu bringen.
Mach das täglich, und sieh dich selbst fröhlicher werden 🙂

AUF DAS INNERE TEAM HÖREN

Vielleicht kennst du das auch, du tust etwas und innerlich rumort es, irgend etwas, ist nicht einig mit dem, was du im Augenblick machst. 
Da meldet sich dein Inneres Team zu Wort. Also die anderen Anteile deiner Persönlichkeit. Nein, du bist nicht verrückt! Das ist völlig normal. Jeder Mensch hat verschiedene Anteile in sich. Das ist gut um Situationen usw. besser einschätzen, abwägen und bewältigen zu können. 

Diese Anteile nennt man auch, innere Teammitglieder einer Persönlichkeit. Oft bemerken wir sie durch Blitzgedanken, welche uns durch den Kopf schießen, oder Gefühle die sich in der Bauchgegend bemerkbar machen. Kommen diese Gedanken und Gefühle hoch, lass sie einfach zu. Nimm sie an und höre mal was die so sagen.
Vielleicht hat ein Teammitglied ein wichtiges Anliegen, das dir einfach noch nicht bewusst genug war?

Du kannst in ein inneres Teamgespräch gehen, und so herausfinden, was mit dir ist und du im Moment brauchst.






Ich hoffe, es ist etwas passendes für dich dabei gewesen, um dir selbst etwas gutes zu tun. Hör einfach etwas mehr auf dich und dein Bewusstsein. Du bist der einzige der das bei dir kann!

Du hast noch andere Ideen, um mehr auf sich zu achten? Dann teil sie mir und den Lesern mit, ich freue mich auf einen Kommentar von dir! 





Die eigenen Werte leben! Teil 3

Die eigenen Werte leben! Teil 3

Im dritten und letzten Teil, der Artikelserie über die eigenen Werte im Leben, geht es hauptsächlich, um die Möglichkeiten schlafende Werte, neu zu aktivieren. Manche Werte, die uns eigentlich wichtig sind, schlummern ganz hinten im Schrank vor sich hin. Lassen wir sie doch einfach wieder raus!

Mit Hilfe der letzen Übungen, müsstest du jetzt eine Favoriten-Liste deiner persönlichen Werte haben. Hast du es schon geschafft, anhand der Fragen aus Schritt 1, näheres über deine Werte zu erfahren? Und konntest du diese Werte, anhand der Wertungstabelle priorisieren?
Wenn nicht, dann erledige das jetzt, bevor du dich weiter auf den Weg machst, deine vernachlässigten Werte, neu zu leben.

Wenn du es geschafft hast, herzlichen Glückwunsch! Sicher haben sich bei diesem Prozess und Ergebnis, einige Fragen aufgetan, oder du wusstest schon immer sehr gut, wie du zu deinen Werten stehst, und welchen Raum sie einnehmen.

Vielleicht ging es dir ja so:

„Oh je, das ist mir doch so wichtig, warum lebe ich das eigentlich nicht?“

„Ich wusste überhaupt nicht, das ich lieber das in dieser Situation tun möchte, als ich für gewöhnlich tue!“

„Ich wusste doch das ich mich, auf mich selbst, verlassen kann!“

„Hm, vielleicht wäre diese Situation nicht so verlaufen, wenn ich wirklich so gehandelt hätte, wie ich eigentlich wollte?“

„Dieser Wert, war meinen Eltern auch schon immer sehr wichtig!“

„Dieser Wert, bringt mich um den Verstand, warum handle ich so?“


WERDE DIR DEINER WERTE BEWUSST

Um Werte in deinem Leben, neu, stärker oder wieder zu aktivieren, ist es notwendig, dir deiner Werte ganz und gar bewusst zu sein.  
 
Wann lebst du sie, und wann kannst du sie nicht leben? Nur wenn du dir bewusst bist, wann du deine Werte einsetzt, und wann nicht, kann dir klar werden wann und weshalb du sie vernachlässigst.

Als kleine Übung im Alltag, kannst du dir immer wenn eine Situation kommt, in der du nach Werten handeln sollst, kurz innehalten und dich fragen: „Handle ich jetzt nach meinem Wert, oder eher nach den Vorstellungen eines Anderen?“
Mit jedem mal, wird es dir leichter fallen, zu bemerken, ob du diesen oder jenen Wert wirklich lebst, teilweise leben kannst oder eher nicht.

Bewusstheit ist der Schlüssel zu dir, und deinem Handeln!

Bewusstheit über dein Handeln, ist die Grundessenz, um überhaupt etwas verändern zu können. Ist ja klar, denn wenn dir nicht bewusst ist, dass du das oder jenes tust oder nicht, kannst du auch nichts anders machen. Es hat auch ein Stück, mit Achtsamkeit zu tun, sein Selbst mehr in den Mittelpunkt zu rücken. So kannst du aufmerksamer, und letztendlich glücklicher, mit dir und deinem Leben sein.

NICHTS ÜBERSTÜRZEN

Vielleicht, versteckst du schon eine ganze Weile, einen bestimmten Wert in dir. Deshalb lass dir Zeit dabei, diesen wieder hervorzuholen. Stell dir vor du hast deine Kinder bislang recht Grenzenlos erzogen, weil dein Mann oder Frau der Ansicht ist, das Kindern viel Freiheit gegeben werden sollte. Jetzt hast du heraus gefunden, das dir in der Erziehung, gesunde Grenzen sehr wichtig sind, und du dich viel, viel wohler fühlst, wenn du deinen Kindern Grenzen aufzeigst. 

Also änderst du das, von jetzt auf gleich, und erntest sowohl von Seiten deines Partners/Partnerin, als auch von den Kindern Unverständnis und Gegenwehr! Kein guter Weg!
Das verursacht bei dir und deinem Umfeld viel mehr Stress, als du vorher hattest. 

Wie also, sollte man da vorgehen?  Es gibt das kein Allheilmittel-Vorgehen. Jedoch zeigt dir dieses Beispiel vielleicht, wie es besser gehen könnte.

Stell dir einmal vor, in einem Waldstück gibt es Probleme mit dem Wachstum der Bäume. Es muss etwas unternommen werden!
Wie geht man da wohl vor? Erst muss der Förster das Waldstück begutachten, dann gibt er eine Einschätzung ab, was passieren könnte wenn es so bleibt wie es ist. 
Eventuell liegt es an der Bodenbeschaffenheit, oder aber es wachsen an dieser Stelle zu viele Bäume, so dass für  alle zu wenig Platz vorhanden ist. Es wird ein klarer Plan erarbeitet, in welchem so wenig Schaden wie möglich herbei geführt wird. Aber dennoch,  genau so viel unternommen wird, wie nötig ist, damit die Bäume weiter gesund wachsen können. So werden vielleicht ein paar kraftlose Bäume gefällt, und ermöglichen so den verbliebenen, stärker wachsen zu können.

Ist klar was ich damit ausdrücken möchte? Der Förster betrachtet das ganze Waldsystem, und welche Auswirkungen auftreten können, wenn dies oder jenes getan wird, oder nicht. Er geht Schritt für Schritt vor, und kommt so zu seinem erhofften Ziel.

Wenn du einen Wert, mehr in den Fokus deines Lebens rücken möchtest, sind eventuell deine Familie, dein Job oder Freunde betroffen. Sie bekommen es hautnah mit, also werden sie wahrscheinlich, in irgend einer Form reagieren. Bereite dich auf eventuelle Reaktionen vor, damit du nicht plötzlich im Regen stehst. 

Das beste Mittel, um eine stressarme Änderung ein zu leiten, ist die Menschen um sich herum darauf vorzubereiten. Also rede darüber, was dir nicht mehr gut tut, und was du jetzt verändern möchtest. Je mehr darüber bescheid wissen, was dir wichtig ist im Leben, desto leichter hast du es.
Stell dir vor, der Förster würde sofort mit einer Planierraupe daher kommen!

JEDER MENSCH VERSTEHT WERTE ANDERS

Jeder Mensch hat andere Werte, und ein anderes Verständnis von Werten. Für dich bedeutet Grenzen zu setzen, in der Erziehung vielleicht:

Liebevolles Leiten, Orientierung geben.

für deinen Partner/Partnerin könnte es aber bedeuten:

Sehr streng sein, Schläge, Gefängnis, keine Entfaltungsmöglichkeiten…

Aus diesem Grund, hast du zuvor all diese Fragen genau beantwortet! Jetzt weist du, was du unter deinen Werten verstehst. Interessant wird es, wenn du jetzt mal nachfragst was andere oder dein Partner/Partnerin unter diesen Werten versteht.
Vielleicht hat es bislang keinen Kompromiss gegeben, weil Werte unterschiedlich verstanden wurden?




Jeder Mensch, hat seine eigene Interpretation, der Welt. Hör Ihm einfach mal zu…

Jetzt, bist du an der Reihe! Ich wünsche dir viel Achtsamkeit, gegenüber dir, und deinen Werten. Lass von dir hören!







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Titelfoto: Chris Willis, „Holi festival : beautiful painted girl“, CC-Lizenz (BY 2.0)
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Die eigenen Werte Leben! Teil 2

Die eigenen Werte Leben! Teil 2

Im zweiten Teil der Miniserie über unsere Werte, gehen wir etwas intensiver auf die persönlichen Werte  ein. „Was genau verstehen wir unter den einzelnen Werten“? „Welche Werte können momentan gelebt werden und welche nicht“? Wo liegt der Ursprung einiger Werte?

Im letzen Post, konntest du selbst eine Liste erstellen, mit den Werten die dir in deinem Leben wichtig sind. 

Wenn du recht fleissig warst, hast du nun eine Liste mit vielen Werten vor dir liegen. Wie z.B. Familie, Religion, Ordnung, Wohlstand, Freiheit, Sexualität, Aktivität, Zuverlässigkeit usw. Falls dir noch Ideen fehlen was für Werte es alles gibt, hilft dir vielleicht die WERTELISTE von David weiter.
Deine Liste zeigt dir die Werte, die in deinem Leben eine Rolle spielen. Ob es tatsächlich deine Werte sind und was genau du unter deinen Werten verstehst, finden wir jetzt heraus!

SCHRITT 1 genau hinsehen und aufs Bauchgefühl hören!

Nimm dir bitte ein neues Blatt Papier und schreibe dort eines der Wörter deiner Liste auf. Stell dir jetzt so genau wie möglich eine Situation vor, in der du diesen Wert erlebt/gelebt hast. Versetze dich genau in diese Situation hinein. 





  • Fühlst du dich bei der Erinnerung wohl oder unwohl? (wenn du dich unwohl fühlst, frag dich was genau dir Unwohlsein bereitet)
  • Legst du auch in Stress Situationen, viel auf diesen Wert, und das er zu tragen kommt?
  • In Welchen Situationen merkst du, dass du diesen Wert lebst?
  • Wie sieht das Leben eines Menschen aus, der diesen Wert mit vollem Herzen lebt? Wie sieht das bei dir aus?
  • Was währe anders, wenn du diesen Wert, als Mittelpunkt in deinem Leben hättest? 
  • Wo kommt dieser Wert her? Wo hat er seinen Ursprung? (Eltern, Partner, Freunde, dir selbst…?) 
  • Bei welchen Entscheidungen, hat dieser Wert dich beeinflusst? 

Schreibe dir deine Antworten auf, damit du sie für später zur Verfügung hast. Lass dir Zeit und gehe jeden Begriff einzeln durch. Bei der 1. Frage in der Liste, kann ein Unwohlsein Hinweis darauf sein, das dieser Wert nicht wirklich deiner inneren Wertvorstellung entspricht. Eventuell ist es ein übernommener Wert der sich in dir festgesetzt hat. Die 2. Frage gibt dir Aufschluss darüber, wie du in spontanen Situationen reagierst und was du in dieser Situation als wichtig erachtest. Ein Linkshänder wird spontan auch stets nur mit seiner linken Hand nach etwas greifen! Nach welchem Wert, hast du also spontan reagiert?

Werte die tief in uns verankert sind, kommen in spontanen Situationen ans Licht. Da entscheidest du nicht nach der Wertvorstellung eines anderen!




SCHRITT 2 Stellenwert feststellen

Nachdem du also deine notierten Werte, einmal ganz genau unter die Lupe genommen hast, ist es an der Zeit heraus zu finden, welche dieser Werte dir wirklich wichtig sind, und welche eher nicht.

Schau dir nacheinander jeden deiner Werte erneut an, und gib ihm einen Stellenwert! Dafür denkst du dir eine Wertungsleiste von 0 bis 5.

0 bedeutet: „Der Wert ist mir überhaupt nicht wichtig“ und 
5 bedeutet: „Dieser Wert ist mir am wichtigsten“.

Gib nun jedem dieser Werte eine Zahl. Sei dabei spontan und höre auf dein Inneres! Werte welche die Zahlen 4 und 5 haben zählen zu deinen stärksten Werten. Vielleicht sagst du aber auch das ein 3er für dich noch wertvoll ist, dann nimmst du den auch noch mit hinzu. Die Wertungen 0-2 sind für dein Leben nicht so sehr wichtig, oder bei genauerer Betrachtung vielleicht sogar übernommene Werte.

Umkringel die 4 und 5er mit einem farbigen Stift. So nun kennst du deine innersten, wichtigsten Werte.
Hast du meine abschließenden Fragen aus dem letzen Post beantwortet? Wenn nicht, kannst du sie hier noch einmal nachlesen.




SCHRITT 3 sei ehrlich zu dir selbst

Jetzt darfst du, ganz ehrlich zu dir sein! Keiner sieht dir zu, niemand kontrolliert dich. Welcher der eingekreisten Werte, ist für dich Lebenswichtig? Ist einer wichtiger als der andere? In welchen Lebensbereichen, ist dir dieser Wert wichtig? Bei welchem Wert könntest du Kompromisse eingehen? Ist es wirklich dein Wert? Kannst du in deiner jetzigen Situation diesen Wert wirklich leben? Was brauchst du um ihn leben zu können?

Ja ich weiss, das sind wirklich eine Menge Fragen die nicht so einfach zu beantworten sind. Deshalb lass dir Zeit. Nimm dir täglich einen oder zwei Werte vor. Durchforste dein Leben nach diesem Wert und wie du ihn lebst. Ich denke bis nächste Woche wenn Teil 3 erscheint, hast du einiges zu tun. 

Eines, möchte ich dir aber für diese Woche mit auf den Weg geben:





Auch wenn du vielleicht ziemlich weit weg bist von dem was deinen Werten entspricht, und du weitaus glücklicher hättest sein können, verurteile dich nicht! Du hast dir einfach etwas Zeit gelassen heraus zu finden was gut für dich ist!

Nächste Woche schauen wir, wie du deine Werte re-aktivieren und so ein Leben nach deinen Werten formen kannst. Ich freu mich wenn du wieder dabei bist!

Wenn dir etwas noch nicht ganz klar ist bei dieser Übung, frag mich einfach, ich freue mich auf eine Nachricht von dir! 





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Titelfoto: Chris Willis, „Holi festival : beautiful painted girl“, CC-Lizenz (BY 2.0)
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Die eigenen Werte leben! Teil 1

Die eigenen Werte leben! Teil 1

Die eigenen Werte zu leben ist nicht immer leicht. Was hindert uns, unsere Werte leben zu können? Kenne ich meine eigenen Werte überhaupt? Wie schaffe ich Veränderung so das ich wieder zufrieden und glücklich bin? Dieser Beitrag ist Auftakt einer Artikelserie rund um das Thema Werte.

DEINE WERTE

Mal ganz ehrlich, kennst du deine eigenen Werte? Vielleicht musst du kurz darüber nachdenken und in dich gehen um dem Wort „WERTE“ erst einmal einen Rahmen zu geben.
Nimm dir diese Zeit und denk nach. Der Artikel rennt nicht weg!
Diese Fragen könnten dir dabei helfen:

Auf was legst du Wert im Leben, was ist dir besonders Wichtig wenn du an…

  • deine Familie

  • deine Freunde

  • deine Eltern
  • an dich selbst
  • deinen Umgang mit Mitmenschen
  • an deine Partnerschaft
  • an die Erziehung deiner Kinder
  • an deine Arbeit und deinen Arbeitsplatz
  • an dein Zuhause denkst?

Nimm dir  einen Augenblick Zeit und lass die Fragen nacheinander auf dich wirken. Notiere die Antworten auf ein Stück Papier. Sei dabei Spontan und zerdenke die Impulse nicht.
Und? Wie weit bist du gekommen? Stehen auf deinem Zettel jetzt ein paar Worte wie Harmonie, Erfolg, Liebe zueinander, Höflichkeit, Aufrichtigkeit usw.?
Prima! Diese Begriffe oder Sätze sind Werte, die in deinem Leben eine Wichtige Rolle spielen (sollten). Wenn du jetzt über die Worte und die Bereiche deines Lebens blickst, kann du dann mit Gewissheit sagen, das du deine Werte lebst?
Vielleicht lebst du auch nur ein paar und andere eher weniger? Oder bist du erstaunt, das nur wenige der aufgeschriebenen Werte in deinem Leben verankert sind?

DER SINN VON GELEBTEN WERTEN

Oft leben wir an unseren eigenen Werten vorbei, weil wir Menschen nicht enttäuschen wollen und Konflikten aus dem Weg gehen möchten. Aber auch weil wir sonst unsere Arbeitsstelle, die Wohnung, den Freundeskreis oder Partner verlieren könnten. Es gibt sicher noch mehr Gründe warum wir uns so verhalten. 

Eine gewisse Zeit, werden wir das auch umsetzen können. Zum Beispiel wenn wir uns in einen anderen Menschen verlieben. Da zeigen wir uns stets von unserer besten Seite, unterdrücken vielleicht Bedürfnisse oder Ansichten, um den anderen nicht zu verlieren. Oder auch wenn wir uns auf einen Job bewerben, der für uns wichtig und notwenig ist. Wir nehmen einiges hin das nicht zu unseren Werten passt, um etwas zu erhalten. 

Was glaubst du wie lange wir das so machen können? Hm, eine ganze Weile? Vielleicht sogar immer? 
Ja, es gibt tatsächlich Menschen die können das sehr lange machen. Nur stirbt dann ein Teil in ihnen, nämlich ihre wahre Persönlichkeit. Sie werden zu Personen, mit neuer Identität, fremden Werten und Ideen. Mit der Zeit geht dieses erduldete, neu generierte Leben jedoch auf den Körper und die Seele. Der Mensch verliert sein echtes Lachen, bekommt körperliche Beschwerden, wird stiller oder aggressiver. 

Wenn wir unser innerstes Bestreben nach unseren eigenen Werten zu leben ständig unterdrücken und zurückstellen müssen, kann uns das seelisch krank machen.
Nicht ernst genommen zu werden in unseren Ansichten, verletzt uns. Das ist ein Zustand über den wir irgendwann nicht mehr hinweg sehen können. 
Dabei brauchen wir die Verwirklichung unserer Werte um unserem Dasein einen Sinn zu geben. Um glücklich und erfüllt durchs Leben zu gehen.

Worin steckt also der Sinn sich und seine Werte zu vernachlässigen? 

Wenn das Leben so wie du es führst keinen Sinn mehr ergibt, weil du dich weiter entwickelt hast, weil deine Werte nicht mehr lebbar sind so wie es jetzt ist. Ist es an der Zeit Bilanz zu ziehen und zu überlegen, was du für dich sinnvolles tun kannst. 

SICH UND SEINE WERTE WIEDER FINDEN

Du hast bis hierher gelesen und möchtest jetzt wissen was du tun kannst um dein Leben mit deinen eigenen Werten, sinnvoll zu leben? 
Gut! Das ist schon ein entscheidender Schritt in deine Zukunft. Veränderung beginnt stets bei uns selbst! Erst dann kann sich etwas bewegen. Wie schon zu Beginn erwähnt, ist dieser Artikel Teil einer kleinen Serie über lebbare Werte, in der ich mich, und vielleicht du? Intensiv mit diesem Thema auseinander setze. 
Für heute solltest du dir die Frage stellen:

Was brauche ich um glücklich und zufrieden zu sein? Welche meiner Werte kann ich leben und welche nicht?

Diese Frage ist wichtig, um über dich selbst mehr zu erfahren. Nur wenn du weist was du nicht mehr möchtest, kannst du sagen was in Zukunft anders sein soll.

Ich bin gespannt, was du herausfinden wirst! Ich freue mich auf Post von dir.









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