Entspannung – fängt mit mir selbst an

Entspannung – fängt mit mir selbst an

Wie entspanne ich richtig? Wann fängt Entspannung an?
Genügt es wenn ich mich in Yoga, Meditation und Achtsamkeit übe, oder fängt Entspannung ganz wo anders an?

Diese Woche meinte eine Klientin zu mir: „Außerdem bin ich gerade mit mir selbst sehr entspannt!“ Eine Aussage, die mich gleich zum Nachdenken gebracht hat. Was bedeutet es eigentlich mit sich selbst entspannt, zu sein? Wann sind wir entspannt mit uns selbst und vor allem wann sind wir es nicht?

Interessanterweise hatte ich gestern noch so ein ähnliches Gespräch, bei dem mir auffiel, das mein Gegenüber mit sich selbst sehr angespannt umgeht. Auslöser war eine neue Lebenssituation, welche zuvor so, noch nie da war. Mein Gesprächspartner hat sich sozusagen über sein eigenes Handeln und Denken selbst aufgeregt und es nicht leiden mögen.

Selbstkritik, Hadern mit dem eigenen Verhalten bis hin zu Verachtung kann alles drin sein, wenn es um den Umgang mit uns selbst geht.

NEUE SITUATIONEN IM LEBEN

Wir Menschen kommen halt immer wider in Situationen, die von uns unglaublich viel abverlangen. Momente, die wir eventuell noch nie zuvor erlebt haben und jetzt vielleicht ganz alleine bewältigen sollen. Wer bekommt da nicht erst mal einen Schreck und dann einen Blackout. Alles rotiert nur noch um das Problem und wir können es nicht begreifen, das wir es nicht mit einem Fingerschnippen erledigen, hinbiegen und beseitigen können.

Schnell fängt man an, grimmig mit sich selbst  zu sein. Sich selbst infrage, oder vor eine Art inneres Gericht zu stellen. Dann ist man unzufrieden und nichts scheint mehr zu funktionieren, was man anpackt. Der Sog nach unten geht immer weiter, bis man sich verachtet, hyperventiliert oder sogar aufgibt. Dann sucht man nur noch die Schuld bei sich. Bei dir schon mal vorgekommen?

Aber Moment mal!

Wie machen wir das denn mit kleinen Kindern, die noch nie alleine auf der Toilette waren, einen Schneebesen in der Hand hatten oder über Nacht bei fremden Leuten schlafen sollen?

Geben wir ihnen Raum um sich selbst herunterzumachen?

NEIN!

Wir sagen ihnen, dass es nicht schlimm ist, wenn das noch nicht klappt, wenn sie sich verkleckern oder vor Angst weinen müssen. Dass es OK ist, wenn sie etwas noch nicht können, wir konnten es ja auch früher nicht!

Was ist heute (als Erwachsener) anders an neuen Situationen?

Genau eigentlich nichts ;-).

MIT NEUEM UMGEHEN LERNEN

Nur weil wir jetzt „Erwachsen“ sind, meinen wir alles sofort bewältigen zu müssen. Schmarren! Wir lernen und begegnen neuen Situationen bist zu unserem Sterbebett (ja selbst das wird eine neue Situation sein). Und ja, wir dürfen das ganze Leben Fehler machen, uns in überwältigenden Situationen befinden und einfach mal nicht wissen, was zu tun ist!

Solange wir eine Situation mit unserer nicht vorhandenen Kompetenz, nicht annehmen können, können wir auch nicht zu innerer Entspannung finden. Zuviel Selbstkritik bremst uns aus!

„Sei freundlich zu dir und gönne dir den Luxus, liebevoll zu dir selbst zu sein!“

Sissi Haupt

Es ist tausendmal anstrengender sich über sich selbst oder etwas aufzuregen, als es einfach mal anzunehmen. Die Situation ist da, Punkt. Da gibt es nichts zu rütteln!Es ist besser wenn du dich fragst:

Was mache ich jetzt daraus? Rege ich mich darüber auf das Es diese Situationen gibt, und ich so wie es aussieht keinen Ausweg weis? Oder atme ich erst mal durch und frage mich, welche genialen Möglichkeiten denn jetzt wieder im Spiel sind?

BITTE SCHALTEN SIE DEN COMPUTER NICHT AUS ES WIRD EIN UPDATE INSTALLIERT!

Situationen, Probleme brauchen erst mal Zeit, um in uns zu wirken. Das Bewusstsein muss sich dem neuen Umstand erst einmal anpassen können. Erst danach sind Reaktionen möglich. Das ist im Grunde, wie mit einer Erkältung. Diese trifft uns auch meist aus heiterem Himmel und der Körper ist erst einmal richtig schlapp. Erst wenn sich dieser auf die Bakterien und Viren eingestellt hat, kann er handeln und wir werden wieder gesund.

Wenn also eine neue Situation entsteht, versucht unser Unterbewusstsein neue Strategien zu entwickeln. Das äußerst sich nicht selten in neuem Verhalten. Plötzlich sagen und tun wir Dinge, die wir sonst nicht machen. 

TIPP: „Nicht darüber aufregen, hier läuft grade ein Update ­deiner Selbst! Und wie das so mit Updates ist, sie gefallen uns nicht immer, aber passen sich mit der Zeit immer besser an.“

Also gib dir Zeit, dich mit neuen oder schwierigen Situationen zu arrangieren. Neue Ideen, Lösungen usw. werden sich dann von alleine einstellen, dein Unterbewusstsein ist ein Meister im bewältigen neuer Situationen und Kreieren von neuen Möglichkeiten­.

Nutze die Zeit der Einstellung dazu, dir selbst etwas Gutes zu tun. Frage dich einfach mal:

  • Was hilft dir, mit der Situation gut umzugehen? 

  • Was lenkt dich ab und bringt dich auf andere Gedanken?

  • Was tut dir gut? 

  • Was macht dir Freude?

„Tu mehr von dem was du liebst und tu es oft!“

Sissi Haupt

UND NOCHMAL IN KÜRZE

Entspannung beginnt schon damit, wie wir mit neuen Situationen umgehen. Neue Situationen im Leben sind dazu da etwas zu verändern. Etwas richtig zu stellen oder eine Chance zu eröffnen. Unser Körper und vor allem auch unsere Seele benötigen Zeit um sich auf einen neuen Sachverhalt einzustellen und neue passende Lösungen, zu kreieren. Tu dir selbst etwas Gutes, und gib dir die Zeit Neues in dein Leben zu lassen, auch wenn du nicht sofort weist, was du tun sollst. Akzeptiere einfach, wie es ist und schau, was sich Neues daraus entwickeln kann­. Dich selbst zu verurteilen, weil du mit etwas nicht klarkommst, lässt die Verspannungen erst entstehen und hindern dein Unterbewusstsein daran, eine Lösung zu finden. Also, auch wenn du dich in solchen Zeiten anders benimmst, hadere nicht mit dir selbst, sondern rufe dir ins Bewusstsein, das bei dir im Moment ein Update läuft.

Ich habe schon öfter gesehen, wie so eine Einstellung Berge versetzen kann und ausweglos erscheinende Situationen plötzlich in völlig anders Licht standen. Sei lieb zu dir selbst!

Ich wünsche dir viel Erfolg! Und lass etwas von dir hören, ich bin gespannt, wie es dir damit ergeht.