Loslassen können aber wie?

Loslassen können aber wie?

Auftakt Artikel einer mehrteiligen Serie zum Thema Loslassen. Sind wir unbeständig, wenn wir loslassen? Bekommen wir etwas Wertvolles, wenn wir immerzu Probleme und Dinge horten, nur damit diese uns nicht verloren gehen? In beiden Fällen eindeutig nein! Loslassen ist dazu da sich weiter zu entwickeln und neue Möglichkeiten ins Auge zu fassen. Wie auch du Situationen erkennen kannst die du loslassen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Im Rahmen der Blogparade von Manuela, habe ich mich mit dem Thema Losslassen beschäftigt. Und da mir dieses Thema mal wieder sehr am Herzen liegt, werde ich die kommenden Freitage Verschiedene Aspekte dazu beleuchten. Loslassen als Eltern, Lebenspartner und Hochsensibler Mensch. Abboniere einfach meinen Blog, damit du keinen Beitrag verpasst.

DER MENSCH UND BINDUNG

Vom Tag unserer Geburt an, sind wir mit Menschen und Situationen um uns herum verbunden. Das ist wichtig und nötig, damit wir überleben und uns zurechtfinden können. Immer wieder halten oder klammern wir uns an Dinge, Menschen und Situationen um eine Sicherheit im Leben zu haben.

Wir ahmen die Eltern nach, verlieben uns in einen Partner, wählen diesen oder jenen Job, um unserem Dasein Wertigkeit zu geben. Rituale sind uns dabei sehr wichtig, da diese uns schlicht und einfach eine Menge Sicherheit geben. Natürlich halten wir deshalb an Dingen, Situation und Menschen fest, auch wenn wir uns z. B. weiter entwickelt haben und diese Menschen usw. nicht mehr zu uns passen.

Hin und wieder kommt es vor, das Personen unseres Umfeldes es nicht so toll finden, wenn wir uns verändern und etwas Loslassen, was doch bis dahin so wunderbar gepasst hat. Aber sind wir dann unbeständig oder gar bindungsunfähig wenn wir etwas Loslassen, das uns nicht mehr entspricht? Sicher nicht! Schließlich muss doch jeder selbst wissen, was das Beste für einen ist.

Gerade das Loslassen ist ein Teil unseres Seins, durch das wir uns vom kleinen Kind zum Jugendlichen und schließlich erwachsenen Menschen entwickeln können. Ohne Loslassen gescheit keine Entwicklung und somit auch keine Möglichkeit neue Bindungen in jeglicher Form einzugehen.

„Festhalten und Loslassen ist wie das Yin und Yang. Die gehören einfach zusammen“

Sissi Haupt

LOSLASSEN HAT MIT BEWUSSTHEIT ZU TUN

Ich selbst habe das in vielen Situationen erlebt. Ob ich Freundschaften losgelassen habe, mich von Lebenspartnern trennte oder von geliebten Menschen wie meiner Oma. Ja selbst das Ausmisten meiner Alten Kleider hat mich jedes Mal weitergebracht. Letzteres ist übrigens unglaublich befreiend!

Um etwas loslassen zu können, ist es aber erst einmal wichtig sich bewusst zu machen, das man überhaupt an etwas festhält, das man schon längst hätte verabschieden sollen. Also frage dich jetzt mal, ob es da nicht das eine oder andere gibt das:

  • Dich verlangsamt

  • Dich hemmt

  • Dich traurig stimmt

  • Dich immer wieder ärgert und dich zur Weißglut bringt

  • Dir oft zeigt wie unbefriedigend diese Situation ist

  • Dir Kraft raubt

Du siehst, diese Fragen haben viel mit Gefühlen zu tun. Ist ja auch klar, es geht ja um dich und deine Bindungen und die haben stets mit Gefühlen zu tun. Denk nur mal an deine Kleider im Schrank. Na, wie viele davon liegen schon etliche Zeiten da drin und werden nicht mehr getragen, sondern nur um gestapelt. Frage dich einmal, warum du dieses Shirt nicht einfach in die Tonne werfen kannst :-). Sieh es mal praktisch, wenn du es entsorgst, hast du wieder Platz für was Modernes.

Loslassen heißt, sich bewusst zu entscheiden etwas zu beenden, um sich oder anderen neue Türen zu öffnen.

WIE MERKE ICH DAS ICH LOSLASSEN SOLLTE?

Wenn du dir eben die oben gestellten Fragen ehrlich beantwortet hast, kannst du sie sicher mit konkreten Situationen verbinden. Mal ein Beispiel von mir. Ich hatte einmal eine Freundin, mit der ich sehr eng war. Wir lachten viel, gestalteten viel Freizeit miteinander und konnten über alles sehr offen reden. Eine sehr schöne Freundschaft. Irgendwann ging bei ihr eine Liebesbeziehung zu Ende und sie begann sich zu verändern. Sie war stichelnd zu mir, lachte mich aus, nahm mich nicht mehr für voll. Sie tat mir, wo sie konnte, einfach nur weh. Ein klärendes Gespräch brachte kurze Einsicht, doch dann wurde es nur noch schlimmer. In dieser Zeit ging es mir nach jedem Gespräch körperlich und emotional sehr schlecht. Ich hatte sogar Angst vor der nächsten Freizeitaktivität. Sogar mein Freund und Arbeitskollegen machten mich darauf aufmerksam das ich mir so ein abwertendes Verhalten doch nicht gefallen lassen könne, nur weil sie meine beste Freundin sei. Ich ließ mir nichts sagen und wollte sie einfach nicht aufgeben und ertrug Schmerz um Schmerz.  Bis zu einem Tag, an dem ich merkte, das ich ihr nichts mehr bedeutete und ich mich endlich entschloss die Freundschaft mit ihr zu beenden. Ich war auf einmal befreit, von Schmerz, von schlechten Gefühlen, und Gelähmtheit. 

Diese Situation könnte ich auch auf das Berufliche und sogar die eigene Familie übertragen. Die Symptome sind stets die gleichen. Ein unaufhörliches Unwohlsein in mir, das etwas einfach nicht mehr richtig ist. Hast du solche Auswirkungen auch schon erlebt?

Zu sehr festhalten, tut einfach nicht gut. Hör mal in dich hinein, ob du da etwas entdecken kannst, das dir gleiche oder ähnliche Symptome beschert. Frage dich was anders sein würde, wenn du diese Sache loslassen würdest? Etwas loszulassen hat auch wieder ein Stück weit mit deiner eignen Authentizität und deinen Werten zu tun, über die ich in der vergangenen Woche und vor einiger Zeit geschrieben habe. 

WAS GEWINNE ICH, WENN ICH LOSLASSE?

Wer schon einmal etwas losgelassen hat, der kennt die positiven Effekte. Du fühlst dich in erster Linie leichter, wie befreit von einer Last, schließlich hast du da einen ganz schönen Brocken mit dir herumgeschleppt. Du fühlst dich stark und selbstbewusst (ja das kann dich richtig pushen).  Auch wirst du die Dinge klarer sehen und kannst wieder Entscheidungen treffen, die dich weiter bringen. Es ist einfach eine gesamte Zufriedenheit, nach eigenem Ermessen gehandelt zu haben, auch wenn jetzt vielleicht viele neue Situationen zu meistern sind. 

LOSLASSEN AUF DEN PUNKT GEBRACHT

Wer emotionale Bindungen eingeht, ob mit Menschen, Dingen oder Situationen, steht irgendwann vor der Frage, ob er diese Bindungen festhalten will oder sie zum eigenen oder fremden Wohl loslässt. Das Loslassen von solchen Bindungen erfordert jedoch ein gewisses Maß an Bewusstheit. Bewusstheit darüber, wie eine Situation, ein Mensch oder Ding mir selbst das Leben schwer macht oder einschränkt. Spätestens, wenn körperliche und seelische Beschwerden hinzukommen, sollte man sich überlegen, ob Loslassen nicht die bessere Wahl ist. Schließlich  ist Loslassen nicht das Ende, sondern der Beginn von Neuem. Obendrein mit sehr vielen positiven Auswirkungen.

Hast du Tipps die helfen loszulassen? Dann teil sie mit uns. In der nächsten Woche, geht es um Eltern und das Loslassen der Kinder :-).





4 Comments. Leave a comment

  1. Beatrice

    Für mich immer wieder ein sehr wichtiger Gedanke:
    „Los-lassen bedeutet nicht Fallen-Lassen, sondern freigeben“

  2. Pingback: Loslassen - einfach oder schwer? Meine Einladung zur Blogparade - Herzcoaching

  3. Pingback: Loslassen lernen - In der Partnerschaft - Blickwinkel

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe. DATENSCHUTZERKLÄRUNG | IMPRESSUM

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Weitere Informationen

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.
  • Nur First-Party-Cookies zulassen:
    Nur Cookies von dieser Webseite.
  • Keine Cookies zulassen:
    Es werden keine Cookies gesetzt, es sei denn, es handelt sich um technisch notwendige Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: DATENSCHUTZERKLÄRUNG. IMPRESSUM

Zurück