Loslassen lernen – In der Partnerschaft

Loslassen lernen – In der Partnerschaft

Du wünschst dir sicher auch einen Partner, der mit dir durch dick und dünn geht. Eine Partnerschaft in der gelacht wird und auch gemeinsam geweint. Schutz soll sie dir geben und der Sex darf ruhig erfüllend sein. Eigentlich ganz passable Wünsche an einen Partner und eine Partnerschaft. Wieso nur verlaufen Beziehungen und Ehen nicht nach dem Wunschprinzip?

Kleine Anmerkung! Zur Vereinfachung des Schreibens habe ich die männliche Form Partner gewählt, damit ist aber auch die Partnerin gemeint!

Du wünschst dir sicher auch einen Partner, der mit dir durch dick und dünn geht. Eine Partnerschaft in der gelacht wird und auch gemeinsam geweint. Schutz soll sie dir geben und der Sex darf ruhig erfüllend sein. Eigentlich ganz passable Wünsche an einen Partner und eine Partnerschaft. Wieso nur verlaufen Beziehungen und Ehen nicht nach dem Wunschprinzip?

Es ist so herrlich frisch verliebt zu sein. Die Schmetterlinge im Bauch ziehen ihre Runden, die Welt hängt voller Seifenblasen. Die rosarote Brille steht uns ja so gut und wenn es nach uns ginge, würden wir sie nie wieder absetzten.

Auch wenn die glückliche, harmonische, enge Zweisamkeit supertoll ist, werden wir sie mit der Zeit gegen Vertrauen und aneinander gewöhnt sein tauschen. Das ist nichts Schlechtes!

Es ist einfach eine andere wertvollere Ebene, auf der wir unsere Beziehung jetzt leben. Und genau hier fängt es an, ab und an zu knistern. Nämlich dann, wenn wir zu hohe Erwartungen an unseren Partner stellen. Er/Sie soll gefälligst immer so zuvorkommend, lieb und nur für mich da sein, wie am Anfang. Ganz ehrlich? Das geht nicht! Nicht auf diese Weise. Ganz einfach, weil ihr zwei hübschen, zwei unterschiedliche und eigenständige Wesen seid. Jeder von euch beiden hat seine Ansichten, Werte und Bedürfnisse. Und vor allem auch ein Stück Vergangenheit.

Denk mal nach, weshalb hat dich dein Partner so sehr in den Bann gezogen, dass du bei ihm bleiben wolltest?

Genau! Weil er so war, wie er eben ist. Jetzt sagst du vielleicht, „aber jetzt ist er/sie ganz anders und das gefällt mir nicht“. Ja das ist durchaus möglich! Weil er und/oder du sich ganz einfach weiterentwickelt haben. Betrachte dich einmal vor 5 Jahren und dann schau auf dich, wie du jetzt bist. Du bist zwar immer noch du selbst, aber du hast an Reife und Erfahrung gewonnen. Das hat dich verändert, genau so wie deinen Partner!

Wenn du hier etwas loslassen kannst von der Vergangenheit und dich auf das neue Muster von dir, ihm und euch einlassen kannst, vermeidest du dich an etwas zu klammern, das es nicht mehr gibt.

„Festhalten lähmt, nicht nur die Partnerschaft, sondern auch dich selbst!“

DIE KUNST IN DER PARTNERSCHAFT LOSZULASSEN

Es fällt einfach schwer, loszulassen! Sich von jemandem oder etwas zu lösen erscheint uns wie ein riesengroßer Kraftakt. Der Schmerz etwas zu verlieren kann uns regelrecht hilflos, traurig und depressiv machen. Aber denk mal nach, sich festzuklammern an etwas, das dir nicht gut tut, hat genau die gleichen Effekte, und sogar noch schlimmere!

Aber so schwer kann loslassen letztlich nicht wirklich sein, denn aus so vielen Quellen (ich eingeschlossen) wird beschrieben, wie befreiend und leicht es ist, wenn losgelassen wurde.

Loslassen in deiner Partnerschaft, muss nicht gleich heißen, dass du dich von ihm/ihr trennst. Loslassen gibt einfach mehr Raum. Platz, um miteinander Neues zu entdecken und sich weiter zu entwickeln.

Denk einfach mal nach, in welchen Situationen dich etwas an deinem Partner aufregt und du es gerne anders hättest. Du mal wieder an die Wand redest. Du deinem Partner erneut einen Ausrutscher vorwirfst, den du noch immer nicht verwunden hast. Du schon wieder etwas tust, ohne dafür einen Dank zu bekommen.

Was würde passieren, wenn du mal nicht so handelst wie üblich?

Eine spannende Frage nicht war?

Die Kunst des Loslassen Lernens in der Partnerschaft, besteht also darin, einfach mal etwas anders zu tun als sonst. Und dir davor mal Gedanken zu machen, warum es dir so schwer fällt, deinen Partner oder dessen Verhaltensweisen loszulassen. Außerdem solltest du dich fragen, was du denn erreichen willst, wenn du festhältst und vor allem, was du gewinnst wenn du nicht loslässt?

WAS DA SO IM KOPF ABGEHT

Rede dir ja nicht ein, dass du niemals mehr einen neuen Partner finden wirst, weil du zu komisch bist, zu dünn, zu dick, zu arm, zu reich usw. Das dich dein Partner nicht mehr mag, wenn er anfängt, jede Woche ins Fitnessstudio zu gehen oder in einen Bastelkreis ;-). Dass dein Partner, sich doch noch ändern wird und alles, wie im Garten Eden sein wird. Dass es nur einen einzigen perfekten Partner für dich gibt – nämlich den jetzigen. Und rede dir ja nicht ein, dass du etwas verlierst, wenn du loslässt!

Wenn du dich bewusst entschließt loszulassen, kannst du gar nicht verlieren, weil du dich ja entschieden hast es loszulassen!

DU, ER UND IHR ZWEI BEIDE KÖNNT NUR G E W I N N E N

Denn, es hat einige Vorteile, wenn du loslässt!

  • du verschwendest keine Energie mehr etwas so zu behalten, wie es mal war

  • du entwickelst dich, deinen Partner und eure Beziehung zueinander

  • du kannst deine Bedürfnisse leben, ohne Angst wieder in einem Konflikt zu enden

  • du wirst stärker um dich aus einer belastenden Partnerschaft zu lösen

  • du wirst schneller verzeihen und dich so mehr auf die glücklichen Momente in der Partnerschaft einlassen

  • du hast Raum um dich zu entfalten

  • du hast kein schlechtes Gewissen gegenüber deinem Ex-Partner

  • du musst dich nicht ständig verteidigen

  • du nimmst deinen Partner als eigenständiges Individuum wahr

  • du lernst deinen Partner und seine Einzigartigkeit noch besser kennen

  • du hast keine körperlichen Beschwerden mehr

  • du öffnest deinen Geist für neues

Was hält dich auf? Brauchst du Unterstützung? Welch Zufall, ich kann dir da helfen ;-). Vielleicht hilft dir auch dieser Artikel über das Loslassen lernen weiter.

FAZIT

Lass einfach los, du kannst nur gewinnen, wenn du z. B. deinen Ex-Partner loslässt. Mal ehrlich, willst du jemanden zurückhaben, bei dem du dich nicht entfalten konntest, oder bei dem du dich unwohl fühlst? Oder ständig an etwas festhalten, das schon längst Vergangenheit geworden ist? Erinnerungen sind etwas schönes, deshalb nennen wir sie auch Erinnerungen, weil sie nicht mehr vorhanden sind. Also, ich glaube an dich das du es lernst loszulassen um deiner jetzigen Beziehung einen neuen Raum zu ermöglichen!

Bis ganz bald!

Sissi

Gibt es Rituale in deiner Beziehung die helfen einander genug Freiraum zu geben?
Ich bin gespannt auf deine Antwort.
 
 
 
 
 

So lernen Eltern loslassen

So lernen Eltern loslassen

Wer eigene Kinder hat, der weiß wie schwer es fallen kann, sein Kind in bestimmten Situationen loszulassen, so dass es seine eigenen Erfahrungen machen kann. Schließlich möchten alle Mamas und Papas, dass es ihren Kindern stets gut geht. Zuviel festhalten ist aber entwicklungshemmend und nicht immer förderlich. Die eigenen Kinder loslassen können kann aber erlernt werden, den das ist wichtig damit die kleinen, zu eigenständigen Menschen heranwachsen können.


Der heutige Artikel ist mein Gastbeitrag zu Manuelas Blogparade, auf ihrem Blog Herzcoaching.

Etwas loslassen können, ist eine Form von Anpassung an ein Ereignis oder eine Situation. Gerade in der Erziehung werden Eltern, in regelmäßigen Abständen, mit neuen Situationen konfrontiert. Dann heißt es jedes mal von neuem Abzuwägen, wie weit lasse ich los?

Kinder loslassen fängt schon bei der Geburt an. Die Mutter lässt das Kind in sich los, damit es auf die Welt kommen kann und außerhalb des bisherigen Körpers zu existieren beginnt. Eine Weile später lässt eine Mutter erneut los, wenn nicht mehr über die Brust gestillt wird. Wieder später lassen Mutter und Vater los, wenn das Kind alleine zu gehen beginnt und sie den Sprössling nicht mehr Tag und Nacht herumtragen müssen.

Loslassen in diesen Situationen, ist ein natürlicher Prozess, der vorprogrammiert ist und auf den sich Eltern automatisch einlassen. Ganz einfach weil dieses Loslassen notwendig ist, damit das Kind wachsen und Erfahrungen sammeln kann. Stell dir einmal vor du würdest dein Kind stillen, bis es 8 Jahre alt ist oder du würdest es herumtragen, solange du sein Gewicht noch halten kannst, ohne ihm die Chance zu geben selbst seine Beine oder seinen Mund zu benutzen. Ja genau, ein wenig seltsam nicht war?

WESHALB FÄLLT ES ELTERN SCHWER, IHR KIND IN EINIGEN SITUATIONEN LOSZULASSEN?

Um diese Frage zu beantworten, stelle ich dir folgende Frage: „Wenn du an dein Kind/deine Kinder denkst, was ist dir am wichtigsten?“

das sie sich geliebt fühlen?

das ihnen nichts Schlimmes geschieht?

das sie keine Angst haben?

das es ihnen stets gut geht?

das sie versorgt sind?

Egal welche Antwort du gibst, sie hat immer mit Umsorgen zu tun. Die Mutter und der Vater müssen vom ersten Moment an (die Frau sogar während der Schwangerschaft) 100 % da sein, damit dieses kleine Wesen überleben kann. Ohne Zuneigung und Pflege, würde kein Mensch überleben können, sobald er den weiblichen Körper verlassen hat. Genau betrachtet, benötigt der Mensch viele Jahre, bis er körperlich, emotional und rational in der Lage ist, sich selbst ausreichend zu versorgen.

Eine sehr lange Bindungszeit die da entsteht. Genau wegen dieser Bindungszeit und Hilflosigkeit des Kindes zu Beginn, fällt es Eltern schwer sich vom eigenen Kind zu trennen und es in die Welt hinaus zu schicken.

Vielleicht kennst du den Satz:

„Wenn du dein Kind wirklich liebst, dann lass es los“!

Puh leichter gesagt als getan, wenn du dein Kind liebst und nicht möchtest das ihm schlimmes widerfährt. Aber keine Sorge, gleich gibt es ein paar wertvolle Tipps dazu.

WANN SOLLTEN ELTERN LOSLASSEN?

Es gibt ein paar Situationen im Leben eines neuen Menschen und dessen Eltern, wo Loslassen viele neue Möglichkeiten der Entwicklung bietet. Dies sind z. B.

STUFE 1

– das Übernachten bei den Großeltern

– der Eintritt in die Kita

– Spielen bei den Freunden (allein)

– den Nachhauseweg alleine laufen

—> die elementaren Erfahrungen der Selbständigkeit und eigener Identität

STUFE 2

– in die Schule kommen

– Hobbys entdecken

– die Pubertät

—> weiterführende Erfahrungen der Selbständigkeit und Identitätsfindung

STUFE 3

– die Berufswahl

– der Auszug in eine eigene Wohnung

– die Partnerwahl/Hochzeit/eigene Kinder

—> Identitätsfestigung

Wie du hier siehst, gliedere ich das Loslassen in drei verschiedene Stufen. Die erste Stufe ist sehr elementar und einfach gestrickt, in Bezug auf Lernen und Loslassen. Während die zweite schon viel komplexer gestaltet ist und viel mehr von dem Kind und auch den Eltern abverlangt. Die dritte Stufe, ist etwas entspannter, erfordert aber, dass man sich als Eltern mit seinen persönlichen Ansichten mehr zurücknimmt als früher, wobei das Äußern der eigenen Meinung für den Sprössling, auch hilfreich sein kann.

Du siehst als Eltern, stehst du immer wieder vor einer neue persönlichen Challenge, die dein Kind aber auch vor allem dich selbst verändert und demnach auf deinem Lebensweg weiterbringt.

Sicher fallen dir in den jeweiligen Stufen, individuelle Situationen ein, in denen du Schwierigkeiten hast dein Kind zu verstehen, oder es seinen Weg gehen zu lassen, also es loszulassen. Notiere dir diese Situationen und schau was der nächste Abschnitt dir an hilfreichen Möglichkeiten dazu bietet.

Wichtig ist aber, das du stets mit gesundem Menschenverstand handeln solltest, was das Loslassen und die damit gelieferte Freiheit, aber auch Gefahren für dein Kind angeht. Jede Entwicklungsstufe birgt neue Möglichkeiten des Loslassens. Immer dann wenn sich neue Situationen ergeben, an denen dein Kind lernen kann, solltest du überlegen wie weit du es loslassen kannst, damit es auf Entdeckungsreise gehen kann.

WAS GENAU KANN ELTERN HELFEN LOSLASSEN ZU LERNEN?

Die Einstellung

Loslassen, beginnt in deinem Kopf! Wenn du nicht begreifst, dass dein Kind ein weiteres Wesen, wie du selbst, auf dieser Erde bist und genau so ,wie du, erfahren und lernen muss, was es bedeutet am Leben zu sein, wirst du ständig versuchen es an dich zu binden und für es zu leben.

Entwickle eine natürliche Einstellung dazu, Mutter oder Vater zu sein. Denk an die Geburt. Natürlicher kannst du nicht loslassen (damit ist auch der Vater gemeint, auch er lässt den bisherigen Zustand der Schwangerschaft los und akzeptiert, das jetzt etwas Neues beginnt).

Schau auf deine innere Einstellung und …

mach dir bewusst, dass sich das Leben ständig verändert

♥ mach dir bewusst, dass du nicht immer alles richtig machen kannst (du lernst ja selbst noch)

erkenne, dass Loslassen nicht bedeutet, das du als Mutter und Vater versagt hast

akzeptiere, dass dein Kind/deine Kinder eigenständige Persönlichkeiten sind, die genau so wie du, ihre Erfahrungen als Mensch machen möchten

akzeptiere, dass es nicht immer so läuft wie du es gerne hättest

akzeptiere, dass dein Kind auch andere Ansichten/Werte haben kann als du

erkenne, dass auch du ein Mensch mit eigenen Bedürfnissen bist

erkenne, dass dein Kind immer dein Kind bleibt, auch wenn du loslässt und es in die Hände von Erziehern und Lehrern gibst oder es durch die Pubertät eigenständig wird.

 

Die eigenen Gefühle beeinflussen

Vorhin erwähnt, haben wir ein starkes Gefühl von Liebe für unsere Kinder. Dies ist ein wunderbarer natürlicher Aspekt damit Menschen gedeihen können. Damit du aber loslassen lernen kannst, solltest du dir dieser Gefühle ganz und gar bewusst werden. Denn wenn du weist was du eigentlich fühlst und für dein Kind willst, weist du auch was dir eventuell in der Beziehung zu deinem Kind Schwierigkeiten macht. Ist das geklärt, kannst du beginnen deine Gefühle zu beeinflussen. Denn wenn du anders denkst, verändern sich auch deine Gefühle, so dass sie dir und deinem Kind nicht mehr im Weg stehen. Stell dir also folgende Fragen:

was kann schlimmsten Falls geschehen, wenn ich jetzt loslasse und mein Kind eigene Erfahrungen machen lasse?

? was verliere ich wenn ich jetzt mal loslasse?

? was gewinne ich wenn ich jetzt loslasse?

? ist meine Angst begründet oder übertreibe ich da jetzt gerade?

? wer könnte mir helfen, diese Situation einmal anders zu betrachten?

? hatte ich schon einmal so eine Situation und wie habe ich da gehandelt?

? wie könnte ich mal anders auf diese Situation reagieren?

Manchmal hilft es auch, einfach mal eine fremde Person zu fragen, wie sie in so einer Situation reagieren würde. Klar dies erfordert Mut, jedoch bekommst du so, sehr viele unterschiedliche Handlungsalternativen, die dir helfen können eine Situation aus verschiedenen Perspektiven zu sehen. Und mit fremden, meine ich wirklich fremde Leute!

Sich erinnern

Du warst ja selbst einmal ein Kind und bist durch genau die gleichen Stufen gegangen wie dein Kind/deine Kinder jetzt. Überlege einmal, wie war das damals für dich, als du nach neuen Erfahrungen gestrebt hast und deine Eltern dich nicht loslassen konnten? Was hat dir zu schaffen gemacht und wie hättest du dir deine Eltern gewünscht? Und vor allem wann war es prima?

Jetzt als Erwachsener, kannst du das viel objektiver betrachten und siehst vielleicht, wann du doch besser etwas oder ganz loslassen solltest.

Stufenweise Loslassen

Das Loslassen, fällt Eltern wesentlich leichter, wenn sie diesen Prozess immer wieder in kleinen Dosen durchführen. Wie z. B. bei den Großeltern übernachten oder mal bei Freunden (übrigens ist das auch sehr wichtig für die eigene Partnerschaft, dazu aber in einem anderen Artikel). Diese Schrittweise Abnabelung von erst ein paar Stunden bis hin zu mehreren Tagen, hilft dir und auch deinem Kind, mit Veränderungen im Leben besser klar zu kommen. So z. B. wenn, dein Kind die Kita besuchen soll oder es alleine eine Busfahrt zur Schule bewältigen muss. Das Kind lernt selbständig ohne Mama und Papa an einem Ort zu sein, während du und der Vater lernen, dass euer Kind etwas auch alleine schaffen kann. Natürlich kann es auch Rückschläge geben, und die Oma oder die Erzieherin ruft an, das heute kein guter Tag ist. Das ist aber nicht schlimm, es wird immer wieder neue Tage geben an denen es wunderbar läuft und alle daran gewinnen.

So praktiziert, wird es dir auch leichter fallen, dein Kind/deine Kinder später beim Auszug loszulassen, um ihnen so (und letztlich dir/euch selbst) einen neuen Lebensabschnitt zu ermöglichen.

Dem Kind etwas zutrauen

Je öfter du deinem Kind zutraust etwas alleine zu meistern, und sei es nur auf die Kloschüssel zu sitzen, desto mehr vertraust du auf das Handeln deines Kindes. Es lernt Gefahren zu bewerten und einzuschätzen, während du dich entspannst und neue Situationen gelassener betrachtest. Wenn Kinder vor Neuem keine Angst sondern Respekt und Neugierde entwickeln, kannst du dich zurücklehnen und dir gewiss sein, das dein Kind das auch ohne dich schafft! Die Tochter meines Lebensgefährten, ist mitten in der Pubertät. Der erste Besuch beim Frauenarzt stand bevor. Mein Lebensgefährte ging so natürlich mit der Situation um, mit beim Frauenarzt zu sein, das seine Tochter eines Tages von der Schule kam und meinte. „Ach Papa, ich war vorhin beim Frauenarzt und habe mir einen Termin zur Kontrolle geholt, kommst du dann wieder mit?“. Na was sagt man dazu ;-).

„Vertrau deinem Kind, es ist so stark wie du es zulässt!“

DIE BESONDERE ZEIT DER PUBERTÄT

Eltern erleben diese Zeit als launisch und von Konflikten durchzogen. Die Jugendlichen zusätzlich als völlig fremd. Einerseits wollen sie noch Kind sein, andererseits erwachsen. Sie sind konfrontiert mit tausend neuen Gefühlen und Anforderungen die man an sie stellt, sodass alles etwas durcheinander wahrgenommen wird. Wenn Eltern bis zu diesem Tag eine gute vertrauensvolle Beziehung zu ihren Kindern aufgebaut haben, ist es ihnen möglich diese Beziehung neu zu gestalten. Wichtig für dich ist zu wissen, das du die Eltern-Kind-Beziehung nicht aufgibst, sondern sich diese auf eine andere Ebene gehoben wird. Von der Eltern-Kind-Ebene, begebt ihr euch auf eine Erwachsen-Erwachsen-Ebene!

Es hilft dir als Mutter und Vater sehr, wenn du verstehst was da gerade mit deinem Kind passiert. Es findet sich selbst! Akzeptiere, dass dein geliebtes Baby jetzt selbst erwachsen wird und alleine zurechtkommen kann (im weitesten Sinne ;-)). Akzeptiere einfach, das es abstand von dir braucht, dass es deine Ansichten in Frage stellt und sich die Haare färben will. Je mehr du dich über die hormongesteuerten verbalen Patzer und die Faulheit aufregst, desto mehr spitzt sich die Situation zu.

Pubertäres Verhalten ist Ausdruck der nun erkannten, eigenen Macht, welcher sich dein Kind jetzt bewusst wird.

Auch wenn sich die familiären Aktivitäten ab der Pubertät reduzieren, bleiben sie dennoch bestehen. Jetzt gilt nicht mehr so viel wie möglich mit dem Kind zu machen, sondern wenige aber hochwertige Gespräche und gemeinsame Zeit zu verbringen. Eltern die hier ein großes Stück loslassen können, gewinnen in dieser Zeit sehr viel an Freiheit. Den nun bleibt wieder mehr Zeit für die eigene Partnerschaft!

AUF DEN PUNKT GEBRACHT

Der Prozess des Loslassens der Eltern-Kind-Bindung, ist ein langer Prozess, welcher schon in den ersten Kindheitsjahren beginnt. Kinder loslassen bedeutet, sich selbst und den eigenen Kindern die Möglichkeit zu geben, sich auf neue Situationen einzulassen. Dabei hilft es Eltern sich selbst und ihre Gefühle und Motivationen genau zu betrachten und diese durch ihre eigenen Einstellungen und Gedanken zu regulieren. Es hilft auch sehr viel, sich zu erinnern wie es selbst für uns als Kind war. Mit was wir kämpfen mussten und was uns half. Lass dein Kind stückweise los und traue ihm zu, dass es etwas alleine kann. So ermöglichst du das dein Kind seine eigenen Erfahrungen machen kann. Gerade in der Pubertät muss es wachsen und zu sich selbst finden können. Dabei sind Konflikte zwar ein Stück unumgänglich, jedoch Zuviel davon stört die andere neue Erwachsenen-Beziehungsebene, welche sich während der Pubertät aufbaut.

Letztendlich können wir unseren Kindern nur Fürsorge, Liebe und Halt geben. Gehen, sprechen, Fehler machen, müssen sie von alleine. Und sieh es mal so, je natürlicher du loslässt, desto mehr hast du von deinem eigenen Leben und der Beziehung zu deinem Partner. Wir leben ja nicht nur um Eltern zu sein ;-).

Wie geht es dir als Mutter oder Vater damit, dein Kind loszulassen? Was hilft dir dabei? Teile es mit uns, denn jede Idee und Hilfe kann eine Hürde weniger bedeuten.
Wenn du noch mehr über das Loslassen erfahren möchtest, findest du in diesem Artikel noch weitere Informationen für dich.
 
 
 
 
 

Loslassen können aber wie?

Loslassen können aber wie?

Auftakt Artikel einer mehrteiligen Serie zum Thema Loslassen. Sind wir unbeständig, wenn wir loslassen? Bekommen wir etwas Wertvolles, wenn wir immerzu Probleme und Dinge horten, nur damit diese uns nicht verloren gehen? In beiden Fällen eindeutig nein! Loslassen ist dazu da sich weiter zu entwickeln und neue Möglichkeiten ins Auge zu fassen. Wie auch du Situationen erkennen kannst die du loslassen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Im Rahmen der Blogparade von Manuela, habe ich mich mit dem Thema Losslassen beschäftigt. Und da mir dieses Thema mal wieder sehr am Herzen liegt, werde ich die kommenden Freitage Verschiedene Aspekte dazu beleuchten. Loslassen als Eltern, Lebenspartner und Hochsensibler Mensch. Abboniere einfach meinen Blog, damit du keinen Beitrag verpasst.

DER MENSCH UND BINDUNG

Vom Tag unserer Geburt an, sind wir mit Menschen und Situationen um uns herum verbunden. Das ist wichtig und nötig, damit wir überleben und uns zurechtfinden können. Immer wieder halten oder klammern wir uns an Dinge, Menschen und Situationen um eine Sicherheit im Leben zu haben.

Wir ahmen die Eltern nach, verlieben uns in einen Partner, wählen diesen oder jenen Job, um unserem Dasein Wertigkeit zu geben. Rituale sind uns dabei sehr wichtig, da diese uns schlicht und einfach eine Menge Sicherheit geben. Natürlich halten wir deshalb an Dingen, Situation und Menschen fest, auch wenn wir uns z. B. weiter entwickelt haben und diese Menschen usw. nicht mehr zu uns passen.

Hin und wieder kommt es vor, das Personen unseres Umfeldes es nicht so toll finden, wenn wir uns verändern und etwas Loslassen, was doch bis dahin so wunderbar gepasst hat. Aber sind wir dann unbeständig oder gar bindungsunfähig wenn wir etwas Loslassen, das uns nicht mehr entspricht? Sicher nicht! Schließlich muss doch jeder selbst wissen, was das Beste für einen ist.

Gerade das Loslassen ist ein Teil unseres Seins, durch das wir uns vom kleinen Kind zum Jugendlichen und schließlich erwachsenen Menschen entwickeln können. Ohne Loslassen gescheit keine Entwicklung und somit auch keine Möglichkeit neue Bindungen in jeglicher Form einzugehen.

„Festhalten und Loslassen ist wie das Yin und Yang. Die gehören einfach zusammen“

Sissi Haupt

LOSLASSEN HAT MIT BEWUSSTHEIT ZU TUN

Ich selbst habe das in vielen Situationen erlebt. Ob ich Freundschaften losgelassen habe, mich von Lebenspartnern trennte oder von geliebten Menschen wie meiner Oma. Ja selbst das Ausmisten meiner Alten Kleider hat mich jedes Mal weitergebracht. Letzteres ist übrigens unglaublich befreiend!

Um etwas loslassen zu können, ist es aber erst einmal wichtig sich bewusst zu machen, das man überhaupt an etwas festhält, das man schon längst hätte verabschieden sollen. Also frage dich jetzt mal, ob es da nicht das eine oder andere gibt das:

  • Dich verlangsamt

  • Dich hemmt

  • Dich traurig stimmt

  • Dich immer wieder ärgert und dich zur Weißglut bringt

  • Dir oft zeigt wie unbefriedigend diese Situation ist

  • Dir Kraft raubt

Du siehst, diese Fragen haben viel mit Gefühlen zu tun. Ist ja auch klar, es geht ja um dich und deine Bindungen und die haben stets mit Gefühlen zu tun. Denk nur mal an deine Kleider im Schrank. Na, wie viele davon liegen schon etliche Zeiten da drin und werden nicht mehr getragen, sondern nur um gestapelt. Frage dich einmal, warum du dieses Shirt nicht einfach in die Tonne werfen kannst :-). Sieh es mal praktisch, wenn du es entsorgst, hast du wieder Platz für was Modernes.

Loslassen heißt, sich bewusst zu entscheiden etwas zu beenden, um sich oder anderen neue Türen zu öffnen.

WIE MERKE ICH DAS ICH LOSLASSEN SOLLTE?

Wenn du dir eben die oben gestellten Fragen ehrlich beantwortet hast, kannst du sie sicher mit konkreten Situationen verbinden. Mal ein Beispiel von mir. Ich hatte einmal eine Freundin, mit der ich sehr eng war. Wir lachten viel, gestalteten viel Freizeit miteinander und konnten über alles sehr offen reden. Eine sehr schöne Freundschaft. Irgendwann ging bei ihr eine Liebesbeziehung zu Ende und sie begann sich zu verändern. Sie war stichelnd zu mir, lachte mich aus, nahm mich nicht mehr für voll. Sie tat mir, wo sie konnte, einfach nur weh. Ein klärendes Gespräch brachte kurze Einsicht, doch dann wurde es nur noch schlimmer. In dieser Zeit ging es mir nach jedem Gespräch körperlich und emotional sehr schlecht. Ich hatte sogar Angst vor der nächsten Freizeitaktivität. Sogar mein Freund und Arbeitskollegen machten mich darauf aufmerksam das ich mir so ein abwertendes Verhalten doch nicht gefallen lassen könne, nur weil sie meine beste Freundin sei. Ich ließ mir nichts sagen und wollte sie einfach nicht aufgeben und ertrug Schmerz um Schmerz.  Bis zu einem Tag, an dem ich merkte, das ich ihr nichts mehr bedeutete und ich mich endlich entschloss die Freundschaft mit ihr zu beenden. Ich war auf einmal befreit, von Schmerz, von schlechten Gefühlen, und Gelähmtheit. 

Diese Situation könnte ich auch auf das Berufliche und sogar die eigene Familie übertragen. Die Symptome sind stets die gleichen. Ein unaufhörliches Unwohlsein in mir, das etwas einfach nicht mehr richtig ist. Hast du solche Auswirkungen auch schon erlebt?

Zu sehr festhalten, tut einfach nicht gut. Hör mal in dich hinein, ob du da etwas entdecken kannst, das dir gleiche oder ähnliche Symptome beschert. Frage dich was anders sein würde, wenn du diese Sache loslassen würdest? Etwas loszulassen hat auch wieder ein Stück weit mit deiner eignen Authentizität und deinen Werten zu tun, über die ich in der vergangenen Woche und vor einiger Zeit geschrieben habe. 

WAS GEWINNE ICH, WENN ICH LOSLASSE?

Wer schon einmal etwas losgelassen hat, der kennt die positiven Effekte. Du fühlst dich in erster Linie leichter, wie befreit von einer Last, schließlich hast du da einen ganz schönen Brocken mit dir herumgeschleppt. Du fühlst dich stark und selbstbewusst (ja das kann dich richtig pushen).  Auch wirst du die Dinge klarer sehen und kannst wieder Entscheidungen treffen, die dich weiter bringen. Es ist einfach eine gesamte Zufriedenheit, nach eigenem Ermessen gehandelt zu haben, auch wenn jetzt vielleicht viele neue Situationen zu meistern sind. 

LOSLASSEN AUF DEN PUNKT GEBRACHT

Wer emotionale Bindungen eingeht, ob mit Menschen, Dingen oder Situationen, steht irgendwann vor der Frage, ob er diese Bindungen festhalten will oder sie zum eigenen oder fremden Wohl loslässt. Das Loslassen von solchen Bindungen erfordert jedoch ein gewisses Maß an Bewusstheit. Bewusstheit darüber, wie eine Situation, ein Mensch oder Ding mir selbst das Leben schwer macht oder einschränkt. Spätestens, wenn körperliche und seelische Beschwerden hinzukommen, sollte man sich überlegen, ob Loslassen nicht die bessere Wahl ist. Schließlich  ist Loslassen nicht das Ende, sondern der Beginn von Neuem. Obendrein mit sehr vielen positiven Auswirkungen.

Hast du Tipps die helfen loszulassen? Dann teil sie mit uns. In der nächsten Woche, geht es um Eltern und das Loslassen der Kinder :-).





Authentizität – SO BIN ICH WIRKLICH!

Authentizität – SO BIN ICH WIRKLICH!

Firmen werben mit ihren authentischen Produkten und Kundenbetreuung. Menschen auf sozialen Netzwerken, wie zum Beispiel Facebook oder ­Instagram, knipsen Bilder von sich und bewerben sich selbst, in dem sie sagen, sie seien genau so. Urlauber werden gelockt mit authentischen Erlebnissen.

Aber was ist wirklich echt und was nur konstruiert? Warum ist uns der Begriff 

A U T E N T I Z I T Ä T so wichtig geworden? Was steckt hinter diesem Wort und vor allem was soll es uns vermitteln?

Jeder kennt sicher die Aussage „Im Job bin ich so, privat bin ich ganz anders!“ Was genau ist damit gemeint? Verstelle ich mich im Job oder im Privatleben? Sollte man mich beruflich mit Vorsicht genießen? Jeder von uns hat seine verschiedenen Rollen im Leben. Die Mutter, der Angestellte, der Freund, die Chefin, die Schwester, das Kind, der Projektleiter, die Managerin, der Arzt, die Erzieherin usw.

Innerhalb dieser Rollen bestehen Regeln, die wichtig und dienlich sind, um diese Rolle ausüben zu können. Die Mutter wird sich zu Hause anders verhalten, als wenn sie von 7:00 Uhr bis 13:00 Uhr ihrem Job in der Anwaltskanzlei nachgeht.

Ist sie deshalb eine Scheinheilige? In beiden Fällen ist sie höchst wahrscheinlich authentisch bei der Sache. 

WAS MACHT AUTHENTIZITÄT AUS?

Die Sozialpsychologen M. Kernis und B. Goldman haben vier Kriterien aufgestellt, welche alle erfüllt sein müssen, um sich selbst als authentisch wahrzunehmen. 

Bewusstsein

Wenn ich mir bewusst bin, was mir wichtig ist im Leben und zu was ich Stellung beziehen kann, wird es mir leichter fallen mein Handeln bewusst wahrzunehmen und meinen Werten entsprechend zu agieren. Das hilft in meinen verschiedenen Rollen so zu bleiben, wie ich bin und meine Werte konsequent zu leben.

Ehrlichkeit

Wer authentisch sein möchte, muss auch die ehrlichen Antworten von andern aushalten können. Was hilft es dir authentisch zu sein, wenn du andere Meinungen nicht tolerierst?

Aufrichtigkeit

Wer anderen etwas vorspielt, um einen Schein aufrechtzuerhalten, wird auf Dauer keine Authentizität gegenüber sich und Dritten entwickeln können. Jeder sollte sich bewusst machen, dass auch negative Dinge zu seiner Persönlichkeit gehören. Denn gerade wenn ich authentisch sein will, muss ich auch eingestehen, dass ich etwas nicht gut gemacht habe oder ein Sachverhalt einfach völlig anders ist.

Konsequenz

Letztlich erkennen wir authentische Menschen an ihrem dauerhaftem, konsequenten Handeln und Wirken. Eintagsfliegen bleiben uns nicht im Gedächtnis. Ist es dir wichtig authentisch zu sein?

WARUM IST UNS AUTHENTIZITÄT SO WICHTIG GEWORDEN?

Ganz einfach, damit wir unterscheiden können, wer es ernst und ehrlich mit uns meint. Bei all den Versprechen in Werbung usw. wird uns suggeriert wie großartig, toll, einzigartig, kundenorientiert alles ist und dass man es nur gut mit uns meint. Das Wort authentisch wird in diesem Zusammenhang regelrecht missbraucht. Ist es da nicht verwunderlich, wenn wir uns nach etwas ECHTEM sehnen?

Wir sehen uns unser Gegenüber inzwischen viel kritischer und länger an als noch vor ein paar Jahren. Ganz einfach deshalb, weil wir in kein Fettnäpfchen mit ungewissem Pseudoinhalt treten möchten, der uns am Ende eine Menge Geld aus der Tasche zieht. Wir wollen nichts mit Lügnern und scheinheiligen Menschen zu tun haben. Sondern uns auf jemanden oder ein Produkt verlassen können!

Wen wir als echt einstufen, bekommt unser Vertrauen. Dem können wir uns öffnen und fühlen uns auf der sicheren Seite, weil wir ihn einschätzen und dieser für uns berechenbar wird.

AUTHENTIZITÄT UND INDIVIDUALITÄT

Menschen, die authentisch leben, empfinden wir auch als Individualisten. Die wissen was sie tun und sie machen es aus Überzeugung. Das beeindruckt uns, auch wenn es negative Verhaltensweisen sind. Solche Menschen sind regelrecht meinungsresistent. Da wo andere der Werbung oder dem Gruppendruck nachgeben, bleiben diese Menschen bei ihren W E R T E N! Sie stehen zu sich und ihren Ansichten. Ich gebe zu, so zu sein, ist heut zutage nicht wirklich einfach. Wir wollen so individuell wie möglich sein, und kopieren aber im gleichen Atemzug andere nur, um zu gefallen. 

„Da frage ich mich, wer sind wir wirklich?“

FAZIT

Authentisch sein ist ein ganzes Stück Arbeit. Von der eigenen Selbstreflexion über das Bewusst machen und Leben der eigenen Werte, bis hin zu Toleranz anderen und ihren Meinungen gegenüber. Ehrlich zu anderen sein ist nicht einfach, ehrlich sein mit sich selbst ist noch viel schwieriger. Sei wirklich so wie du bist, und respektiere andere. Du schaffst dir damit ein Riesenstück Freiheit und vor allem Individualität­.

 
 
 
 

Ich wünsche dir einen schönen Feiertag und 

„Hab Mut zu dir selbst und sei authentisch!“






Sag doch einfach, was du willst!

Sag doch einfach, was du willst!

Kennst du das auch? Du steckst in einer Situation, aus der du heraus möchtest, aber du sagst einfach nicht, was du willst? Du hast eine Idee, aber keiner weis davon, weil du diese einfach keinem erzählst? Also ich kenne das sehr gut. Beziehungsweise ich kann mich noch gut daran erinnern, wie das damals war und wie sich dadurch viele Dinge in die Länge gezogen haben oder mich sogar komplett blockierten. So habe ich es hin bekommen …

Die letzten Tage beschäftigt mich sehr, das es vielen Menschen schwerfällt, sich mitzuteilen. Es ist wohl für viele, nicht einfach zu sagen, was sie möchten. Ob im beruflichen oder privaten Zusammenhang, spielt dabei keine Rolle.

Viele neigen eher dazu, lieber nichts zu sagen, da eine mögliche Konsequenz schlimmer zu ertragen währe als der quälende Zustand des Schweigens. Ist das wirklich so?

SO KANN ES EINEM GEHEN

Mal ganz ehrlich:

Was ist auf Dauer schlimmer, ständig das gleiche lähmende Gefühl zu haben gegen etwas ankämpfen zu müssen, oder ehrlich zu sein, und auszusprechen, was einem aufstößt und beschäftig, auch wenn die Reaktionen nicht voraussehbar sind?

Anfang der Woche erzählte mir meine Mutter, dass sie im Wartezimmer eines Arztes mit einem älteren Mann ins Gespräch kam, welcher ihr sein Leid klagte. Dabei ging es, aber, nicht um ein medizinisches Problemchen, sondern das er zu Hause immer friert. Seine Frau würde ihm aus finanziellen Gründen verbieten die Heizung an zu machen. Das ginge schon viele Jahre so und er würde immer so sehr frieren. Im ersten Moment war ich still. Im zweiten Moment dachte ich mir dann, „Was … das hält der schon Jahre lang aus?“ Da bekommt der Begriff Zähne zusammenbeißen doch eine ganz neue Dimension!

Einen Tag später berichtete mir eine Freundin, dass es in ihrer Patchworkfamilie, Probleme mit ihrem Partner geben würde, der an den Wochenenden so extrem schlechte Laune habe. Alle würden darunter leiden, vor allem sein ältester Sprössling. Dieser schüttete per WhatsApp sein Herz bei ihr aus, bat aber darum das Sie, seinem Vater nichts davon sagen solle. Puh, da lastete eine Menge Druck auf ihr. Ihr Fazit: Runder Tisch und jeder sagt, was er zu sagen hat, ohne unterbrochen zu werden. Eine supertolle Idee!

AUS DEM KARUSSELL AUSSTEIGEN

So wie in diesen beiden Beispielen, ging es mir auch einmal. Ich war ständig im Zwiespalt, mit dem was ich wollte und dem, was die anderen wollten. Gesagt habe ich nichts! Nur ertragen … ertragen … ertragen. Bis es mal nicht mehr weiter ging und ich bei einer Situation völlig überfordert zu weinen begann. Eine Freundin sagte dann damals mahnend zu mir „Sissi, tu das nie wieder! Sag immer, was mit dir ist und was du willst und brauchst“!

Ich sage dir, seit dem habe ich das so praktiziert. Ich hatte keine Lust mehr auf dieses Karussell, das sich immer weiter dreht auch wenn mir im Grunde schon kotz übel ist. Also hab ich begonnen immer vorher abzuspringen, bevor sich mir der Magen umdrehte

„Früher hätte ich auch eher gefroren, heute kommt für mich so etwas nicht mehr infrage. Die Dinge müssen so zu sagen auf den Tisch. Und zwar zeitnah!“

Sissi Haupt

WIE HABE ICH DAS GEMACHT?

Klingt jetzt wenig spektakulär, aber ich habe mich leise selbst etwas gefragt, je nach Situation.

  • Was kann Schlimmsten falls passieren, wenn du sagst, was du denkst oder fühlst in dem Moment?

  • Warum sollte ich nicht auch einfach etwas sagen können, so wie diese Person da?

  • Ist der Zug für mich abgefahren, wenn ich jetzt stumm bleibe?

  • Diese Person sehe ich eh nie wieder, also was hält mich davon ab ihr zu sagen, was ich denke?

  • Diese Person hat eine Grenze bei mir überschritten, ist jetzt der passende Moment es ihr mitzuteilen?

  • Wie genau kann ich formulieren, was ich möchte/denke, sodass es wertfrei klingt und kein Streit entsteht?

Vielleicht mal ein Beispiel:

Am Ende meiner Erzieher Ausbildung musste ich ein Colloquium absolvieren. Das ist ein Fachgespräch mit Lehrern und Schülern über Inhalte des Erzieherberufes.

Ich hatte damals zwei Schwerpunkte, die mich in meiner Arbeit viel in Anspruch nahmen. Ich war super in meinem Job und fachlich voll auf diese Themen eingestimmt. Das Gespräch lief hervorragend, bis mich der Direktor fragte, aus welchem Land der Hauptteil der Kinder sei. Klar wusste ich es, aber mir viel das Land nicht ein … ich hatte quasi einen Blackout. Vor allem, weil es mir schon immer ziemlich egal war, woher ein Kind kam. Es war für mich einfach ein Kind Punkt. Nun also versuchte ich drum herum zu erklären, welches Land ich meinte und wies auch drauf hin das Ich grade hänge. Das Ende von diesem Gespräch war dieNotengebung, die mir eine 3,5 bescherte. Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Konnte es nicht fassen. Der Direktor erklärte breit das Ich diese Note bekomme, weil ich nicht wisse, woher meine Kinder stammen.Ich fragte mich innerlich was das Soll, hat er beim Rest nicht zugehört? 

Tja und dann war da dieser Moment, in dem ich mich fragte:

„Willst du dir von diesem Mann dein Leben versauen, lassen nur, weil er nicht objektiv ist?“

„Du wirst ihn niemals wieder sehen und ihn wird dein Leben nicht interessieren“. „Mach den Mund auf Sissi, auch wenn das der Direktor ist, denn schlimmer kann es nicht mehr werden“.

Und was glaubst du, was ich tat?

Genau ich hab es einfach gesagt!

„Ich bin damit nicht einverstanden“! Das waren meine Worte. Es entstand eine hitzige Diskussion über das, was ich sagen darf und was nicht, und so weiter. Aber ich blieb dabei und sprach ihn sogar direkt an „Nur, weil ich einen Blackout hatte, meinen sie das alles, was ich sagte, nicht gut war … ist das ihr ernst?“

Ich verlies entrüstet den Prüfungsraum, meine Lehrerin rannte mir nach um mich, zu beschwichtigen. Pustekuchen. Ich ließ sie stehen. 3 Stunden später erhielt ich einen Anruf. „Sissi, wir haben uns geirrt sie bekommen eine 2“.

Hätte ich nichts gesagt, hätten sich mein beruflicher Einstieg und auch mein Selbstwert sehr verschlechtert. Seit dem weis ich, das es sich lohnt zu reden.

„Bleib nicht stumm, andere kochen auch nur mit Wasser!“

DER RICHTIG ZEITPUNKT

Wie du in dem Beispiel eben gelesen hast, konnte ich nur in diesem Moment reagieren. Hätte ich mich erst 1 Woche später gemeldet, so hätte ich sicher keine Chance mehr gehabt meinem Anliegen Wichtigkeit, zu verleihen. 

Genau so ist es mit den meisten Problemen. Es geschieht etwas und du nagst daran. Der andere aber nicht, für ihn gibt es ja nichts zu nagen, deshalb vergisst er die Situation wieder. Wenn du dann Tage später damit ankommst, kann dein Gegenüber damit höchstwahrscheinlich nichts mehr anfangen. Deshalb warte nicht zu lange und sammle nicht unnötig Ärger in dir an.

Manchmal ist es aber auch ratsam, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, ehe man sich äußert. Gegebenen Falls sogar etwas vorzubereiten, um einen Sachverhalt konstruktiv anzugehen.

Ich denke dein gesunder Menschenverstand und deine Intuition, machen das schon richtig.

DER TON MACHT DIE MUSIK

Wenn du jemanden etwas sagen möchtest, solltest du das zwar Tun, aber nicht vergessen in welchem Ton! Streit ergibt sich meist aus dem Ton, den jemand anschlägt. Damit meine ich die Art wie es gesagt wird. Wenn du sagst „Man du gehst mir auf den Keks, mit deinem Gerede!“, ist ein Konflikt das natürliche Ergebnis. 

Wenn du stattdessen sagst „OK, ich verstehe das dir das Thema wichtig ist, nur kann ich damit im Moment einfach nichts anfangen“. Greifst du deinen Gesprächspartner nicht an, sondern zeigst ihm, das du verstehst, das ihm das wichtig ist, du aber nicht der richtig für ein Gespräch in diesem Thema bist. Dein Gesprächspartner muss sich nicht wehren, weil du ihm keinen Grund zum Wehren gibst. Du sagst einfach deine Tatsache und wertschätzt ihn dabei. 

Wenn du zeitknapp bist, kannst du auch sagen „Tut mir leid, ich hab den Kopf grade voll, weil ich diese Aufgabe abschließen muss, lass uns später darüber reden, da kann ich dir besser folgen“.

Überlege dir selbst einmal, was du gerne hören würdest in solchen Situationen. Womit könntest du umgehen? Was könntest du akzeptieren? 

„Wenn du etwas sagen möchtest, denk kurz nach, wie es beim anderen ankommen könnte.“

FAZIT

Situationen, mit denen du nicht eins bist, können auf Dauer sehr belastend sein. Tu dir was Gutes und trau dich zu sagen, was du denkst und fühlst. Nur, wenn du rauslässt, was dich beschäftigt, kann sich etwas für dich ergeben.Sei dabei objektiv, wertschätzend und zeitnah. Stell dir in drückenden Situationen die Frage: „Was kann schlimmsten Falles passieren, wenn ich sage, was ich denke und fühle“. So kannst du abwägen, ob die Konsequenz für dich akzeptabel wäre.

Sag doch einfach, was du willst! Es ist gar nicht so schwer.

Bildnachweise: 

Foto unten: Kahless the unforgettable, „Saxophon“, CC-Lizenz (BY 2.0)
http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/de/deed.de
Alle Bilder stammen aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de

Tipps für mehr Selbst-Achtsamkeit

Tipps für mehr Selbst-Achtsamkeit

„Pass auf dich auf“! hören wir oft von Menschen, die uns nahe sind. Aber tuen wir das auch? Passen wir wirklich auf uns auf, und achten darauf, was wir brauchen? Oder ist es nicht eher so, das wir uns selbst zurückstellen, unsere Bedürfnisse unsichtbar machen, um die Tagesquote an Arbeit etc. zu erfüllen?
Folgende Tipps können helfen, mehr Selbst-Achtsamkeit im eigenen Leben zu platzieren.

Ich denke den Satz „Pass auf dich auf!“ hast du bestimmt schon einmal gehört. Entweder sagte ihn jemand zu dir, oder du selbst hast es einmal jemandem mit auf den Weg gegeben. Meine Oma hat das oft gesagt, wenn wir uns von ihr verabschiedet haben. Ich selbst, sagte es erst kürzlich zu einer Freundin, welche ihrer Gesundheit kaum Beachtung schenkte. Ich empfand es in diesem Moment als dringend, ihr mitzuteilen, dass es wichtig ist, auf sich zu achten, bevor sie vor lauter Kummer und Stress zusammenbricht. Sie nahm es ernst… wie ist es mit dir?

Momente in denen Stress und das Funktionieren, die Oberhand im Leben bekommen, kennst du sicher auch. Ganz schnell trittst du selbst in den Hintergrund, und alles läuft automatisch ab. Die Mutter muss Haushalt, Kids und Job unter einen Hut bekommen, der Manager hat in seinem Kalender oft nur Geschäftstermine stehen (oft auch nach Feierabend), die Sprechstundenhilfe muss zum x-ten mal in diesem Monat, Vertretung machen.

Was aber wenn du diese Automation nicht mehr abstellen kannst?

Wenn der Job richtig Stressig ist, wenn ständig viel von dir verlangt wird, kann das durchaus vorkommen. Ich kann ein Liedlein davon trällern! 

Bist du auch zur Zeit sehr gestresst?
Wie verhinderst du, das dein Körper streikt oder du gar vollkommen unsichtbar oder traurig wirst?



SELBST-ACHTSAMKEIT

Achtsamkeit, ist in den letzen Jahren sehr publik geworden, vor allem im Bereich des Selbstmanagements. Etwas für sich selbst tun ist der Kern. Was aber genau ist mit Achtsamkeit und Selbst-Achtsamkeit gemeint?

Achtsamkeit ist eine Methode, zum Training des eignen Bewusstseins. Kurz gesagt übst du, durch sehen, hören, richen, schmecken, fühlen, das Geflecht zwischen DIR, der UMWELT und der aktuellen SITUATION wahrzunehmen, ohne dabei zu bewerten! So erkennst du mit genügend Übung, deine unbewussten, und oft automatischen Verhaltensweisen, in den jeweiligen Situationen. Du bist einfach ganz bewusst bei der Sache! 

Durch dieses neue Bewusstsein, handelst du selbstsicher, ruhiger und vor allem authentischer.

Achtsamkeitstraining, ist keine Methode die mit einem Fingerschnipp geht. Sie erfordert Zeit und Geduld (vor allem mit dir selbst). Eine sehr gute Anleitung um Achtsamkeit zu starten erklärt Ralf Sanftleben in diesem Artikel







SICH ETWAS GÖNNEN

Wenn ich einen Stressigen Tag hinter mir habe, gönne ich mir gerne ein Bad in meiner Wanne. Aber nicht mit einem schnöden Schaumbad. Es muss dann schon ein Aromabad mit glitzrigem Rosa oder gelbem Staub sein! Ach wie ich das genieße. Da kann die Wäsche ruhig warten. In diesem Moment kann ich mich voll auf mich besinnen und hören was mein Körper zu mir sagt.

Sicher fallen dir auch nette Möglichkeiten ein, wie du dir mit wenig Aufwand etwas gutes tun kannst. Vielleicht, ist ein Drink in deiner Lieblingsbar, oder eine Stunde mit dem neuen Roman, den du dir schon ewig gekauft hast? Vielleicht aber auch ein Run auf dem Tennisplatz? Spontan bei deiner Freundin/Freund vor der Türe stehen und essen gehen oder den Grill anwerfen? 

„Was immer du gerne tust, was immer dir Freude bereitet, ist genau das richtige! Dann ist es deine Stunde, dein Moment, deine Zeit!“

Sissi Haupt

EIN TAG OHNE LÄCHELN IST EIN VERLORENER TAG

Wusstest du, dass durch 30 Sekunden lächeln am Tag, dein Wohlbefinden und dein positives Denken verändert wird?
Im Ernst! Versuche es mal! Auch wenn dir nicht zum Lachen oder lächeln zumute ist, verziehe einfach für 30 Sekunden deinen Mund zu einem breiten Grinsen. Du wirst sofort merken, wie Glückshormone in deinem Körper frei gesetzt werden. Dein Unterbewusstsein erkennt nicht den Unterschied, ob es ein echtes oder ein herbeigeführtes Lachen ist. Das Ergebnis ist aber das gleiche.

Also wenn´s mal Stressig und Quer läuft, halte inne und lächle einfach 30 Sekunden was das Zeug hält. 
Auch eine Möglichkeit zu sich selbst zu kommen, und sein Bewusstsein wieder in Spur zu bringen.
Mach das täglich, und sieh dich selbst fröhlicher werden 🙂

AUF DAS INNERE TEAM HÖREN

Vielleicht kennst du das auch, du tust etwas und innerlich rumort es, irgend etwas, ist nicht einig mit dem, was du im Augenblick machst. 
Da meldet sich dein Inneres Team zu Wort. Also die anderen Anteile deiner Persönlichkeit. Nein, du bist nicht verrückt! Das ist völlig normal. Jeder Mensch hat verschiedene Anteile in sich. Das ist gut um Situationen usw. besser einschätzen, abwägen und bewältigen zu können. 

Diese Anteile nennt man auch, innere Teammitglieder einer Persönlichkeit. Oft bemerken wir sie durch Blitzgedanken, welche uns durch den Kopf schießen, oder Gefühle die sich in der Bauchgegend bemerkbar machen. Kommen diese Gedanken und Gefühle hoch, lass sie einfach zu. Nimm sie an und höre mal was die so sagen.
Vielleicht hat ein Teammitglied ein wichtiges Anliegen, das dir einfach noch nicht bewusst genug war?

Du kannst in ein inneres Teamgespräch gehen, und so herausfinden, was mit dir ist und du im Moment brauchst.






Ich hoffe, es ist etwas passendes für dich dabei gewesen, um dir selbst etwas gutes zu tun. Hör einfach etwas mehr auf dich und dein Bewusstsein. Du bist der einzige der das bei dir kann!

Du hast noch andere Ideen, um mehr auf sich zu achten? Dann teil sie mir und den Lesern mit, ich freue mich auf einen Kommentar von dir!